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Galileo soll Europa von anderen Satellitennavigationssystemen unabhängig machen und seine
strategische Autonomie in Sachen Satellitennavigation sicherstellen

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EU-Satellitennavigationssystem Galileo erreicht weltweit eine Milliarde Smartphone-Nutzer

Dienstag (10.09.2019) erreicht Galileo, das europäische Satellitennavigationssystem, erstmals eine Milliarde Smartphone-Nutzer weltweit. „Dies wurde ermöglicht durch eine wahrhaft europäische Anstrengung: den Aufbau des genauesten Navigationssystems der Welt mit der Unterstützung und dem Engagement der Agentur für das Europäische GNSS“, sagte EU-Kommissarin Elżbieta Bieńkowska, zuständig für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU . „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Weltraumindustrie mit mehr Arbeit, Ideen und Investitionen im Rahmen des neuen EU-Weltraumprogramms weiterhin blüht und gedeiht.“

Seit Dezember 2016 bietet Galileo sogenannte erste Dienste an, die den Alltag der Bürger und Unternehmen jetzt schon durch genaue Ortungs-, Navigations- und Zeitsignale verbessern.

Fast alle der Smartphone-Chips für die Satellitennavigation herstellenden Unternehmen bieten inzwischen Chips an, die Galileo-Dienste ermöglichen. Der Meilenstein „eine Milliarde Nutzer“ basiert auf der Zahl der weltweit verkauften Galileo verwendenden Smartphones. Dieser Rekord wird just am 15. Jahrestag der Agentur für das Europäische GNSS, des wichtigsten Partners der Kommission für den Betrieb von Galileo, erzielt.

Die tatsächliche Anzahl der Galileo-Nutzer ist größer. In Europa sind alle neuen Pkw-Modelle, die für den Markt zugelassen sind, mit dem eCall-System ausgerüstet, bei dem der Standort des Wagens Notdiensten über Galileo mitgeteilt wird. Seit diesem Jahr ist Galileo in die digitalen Fahrtenschreiber – Geräte zur Aufzeichnung von Geschwindigkeiten und Wegstrecken – von Lastkraftwagen integriert, damit die Einhaltung der Lenkzeitvorschriften gewährleistet und die Straßenverkehrssicherheit erhöht wird.

Galileo hat auch einen lebenswichtigen Such- und Rettungsdienst (Search and Rescue – SAR) bereitgestellt, wodurch sich die Zeit, die zum Orten einer Person auf See, im Gebirge oder in der Wüste benötigt wird, auf weniger als 10 Minuten verkürzt, wenn diese Person mit einem Notrufsender ausgestattet ist. Dank Galileo wurde die Ortungsgenauigkeit von 10 km auf knapp 2 km verbessert. Darüber hinaus bestätigt das System der verunglückten Person künftig, dass Hilfe naht.

Schließlich unterstützt Galileo die Behörden mit seinem öffentlichen regulierten Dienst bei sicherheitsrelevanten Zwecken. Damit steht staatlichen Nutzern in nationalen Notfall- und Krisensituationen wie Terrorangriffen ein zuverlässiger und komplett verschlüsselter Dienst zur Verfügung, mit dem die Kontinuität des jeweiligen Betriebs gewährleistet wird.

Die europäische Weltraumindustrie, die ihrem Wert nach weltweit an zweiter Stelle steht, ist stark und wettbewerbsfähig. Um die führende Rolle der EU im Weltraum aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen, hat die Kommission für den nächsten langfristigen EU-Haushalt 2021-2027 ein Weltraumprogramm in Höhe von 16 Mrd. Euro vorgeschlagen.

Hintergrund

Galileo ist das EU-eigene globale Satellitennavigationssystem. Es handelt sich um ein ziviles, unter ziviler Kontrolle stehendes System, das präzise Ortungs- und Zeitgebungsinformationen bereitstellt. Galileo soll Europa von anderen Satellitennavigationssystemen unabhängig machen und seine strategische Autonomie in Sachen Satellitennavigation sicherstellen. Europas Autonomie in diesem Sektor wird den europäischen Arbeitsmarkt beleben, die EU als Sicherheits- und Verteidigungsfaktor aufwerten und neue Technologien (künstliche Intelligenz, Drohnen, automatisiertes Fahren, Internet der Dinge) fördern.

Galileo stellt „erste Dienste“ seit Dezember 2016 bereit. Während dieser Pilotphase, die der „vollen Betriebsfähigkeit“ vorausgeht, werden Galileo-Signale in Kombination mit anderen Satellitennavigationssystemen verwendet. In der Phase der vollen Betriebsfähigkeit werden die Nutzer die Galileo-Signale unabhängig von anderen Satellitennavigationssystemen verwenden können.

Weitere EU-Weltraumaktivitäten sind Copernicus (link is external) (kostenfreier und offener Dienst für Erdbeobachtungsdaten zur Überwachung von Land, Atmosphäre und Meeresumwelt sowie des Klimawandels, für Katastrophen- und Krisenmanagement und Sicherheit), EGNOS (regionales Satellitennavigationssystem) und SST (Space Surveillance and Tracking – Beobachtung und Verfolgung von Objekten im Weltraum).

Im neuen Weltraumprogramm sollen alle bestehenden und neuen Weltraumaktivitäten der EU in einem einzigen Programm zusammengeführt werden. Dabei werden die bestehenden Infrastrukturen und Dienste aufrechterhalten und eine Reihe neuer Elemente eingeführt. Auf diese Weise soll eine robuste innovative Weltraumindustrie gefördert und der autonome, zuverlässige und kostengünstige Zugang der EU zum Weltraum bewahrt werden.

Mit dem neuen Programm wird auch ein einheitliches und vereinfachtes Lenkungsmodell eingeführt. Die EU wird dafür sorgen, dass die Erhöhung der Finanzinvestitionen von einer effizienten Entscheidungsfindung begleitet wird, sodass alle Weltraumaktivitäten der EU rechtzeitig und der Haushaltsplanung entsprechend durchgeführt werden. Die Kommission wird weiterhin die Verantwortung für die Verwaltung des gesamten Programms innehaben. Die zwischenstaatliche Europäische Weltraumorganisation (ESA) wird aufgrund ihrer besonderen einschlägigen Erfahrung ein wichtiger Partner bei der Umsetzung des Systems und bei der technischen Unterstützung der operativen Aufgaben des EU-Weltraumprogramms bleiben. Die GSA, die in „Agentur der EU für das Weltraumprogramm“ umbenannt werden soll, wird die Durchführung von EU-Weltraumaktivitäten und deren Marktakzeptanz zunehmend unterstützen und eine größere Rolle bei der Gewährleistung der Sicherheit aller Komponenten des Programms spielen.

erschienen am: 2019-09-09 im europaticker



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