europaticker:
Chancen statt Depression: Erneuerbare Energien helfen ehemaligen Kohleregionen auf die Beine

..................

Bundeshaushalt 2020: Klimawandel, Kohleausstieg, Künstliche Intelligenz

Mit dem Bundeshaushalt 2020 investiert die Koalition aus den ihr anvertrauten Steuergeldern weiter in zukunftsfähige Arbeitsplätze und in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie fördert den klimafreundlichen Umbau unserer Industrie und sorgt für soziale Sicherheit, besonders in strukturschwachen Regionen.

Thomas Jurk, zuständiger Berichterstatter:„Wir unterstützen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wenn sich ihre Unternehmen dem Strukturwandel stellen und klimaneutral werden müssen. Wir wollen Arbeitsplätze für die Zukunft sichern, deshalb muss  die Digitalisierung der Wirtschaft gelingen. Wir unterstützen daher die Entwicklung digitaler Technologien im nächsten Jahr mit mehr als 116 Millionen Euro aus dem Topf des Wirtschaftsministeriums. Das sind fast 52 Millionen Euro mehr als im laufenden Jahr. Ein neues Investitionsprogramm für den Digitalen Mittelstand bietet kleinen und mittleren Unternehmen Zuschüsse von insgesamt 40 Millionen Euro. Mit dem Digitalfonds finanzieren wir Gigabitnetze und eine digitale Infrastruktur für unsere Schulen. Die Künstliche Intelligenz wollen wir zur Schlüsseltechnologie machen und geben bis 2025 über eine Milliarde Euro dafür aus.

Im Klimakabinett wird die Bundesregierung Ende September die Weichen für einen sozialverträglichen Klimaschutz stellen. Mit dem Strukturstärkungsgesetz, das wir parallel zum Haushalt beraten, begleiten wir den Kohleausstieg und stellen in den nächsten zwanzig Jahren 40 Milliarden Euro bereit. In den Kohleregionen kann damit investiert werden in moderne Infrastruktur, Wissenschaft und Forschung sowie Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Damit die Menschen in allen strukturschwachen Regionen zuversichtlich in die Zukunft blicken können, öffnen wir die bislang regional beschränkten Förderprogramme für alle strukturschwachen Regionen in Ost und West. Damit schaffen wir ein neues gesamtdeutsches Fördersystem.“

„Erneuerbare Energien können und werden eine wichtige Rolle bei einem erfolgreichen Strukturwandel spielen“, sagte Jan Hinrich Glahr, Vorstand im Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) anlässlich der 1. Lausitz-Konferenz in Schwarze Pumpe. „Klimaschutz, Kohleausstieg und Erneuerbare-Energien-Ausbau müssen zusammen gedacht und vorangebracht werden. Gerade für die heutigen Kohleregionen bieten Erneuerbare in Zusammenspiel mit Sektorenkopplung und Digitalisierung große Chancen für die Strukturentwicklung und für Arbeitsplätze mit Zukunft. In der Veredlung von Erneuerbarem Strom über P2X-Prozesse liegen noch erhebliche innovationspotenziale, die in der Region genutzt werden können."

Es gelte, Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort zu generieren. Erneuerbare Energien sind ein starker industriepolitischer Faktor, der für eine zukunftssichere und klimaschützende Energieversorgung die Basis schafft. Dafür würde zügig ein starker Ausbau über alle Erneuerbaren Technologien hinweg benötigt. Für den Klimaschutz zähle jede Maßnahme, die CO2 einspart. Die Industrie benötige eine klare Roadmap als Basis für ihre Investitionsentscheidungen. Deshalb müssten Maßnahmen zum Klimaschutz, das Ende der Kohleverstromung und der Erneuerbaren-Ausbau Hand in Hand gehen. „Der Strukturwandel muss gestaltet werden, damit er erfolgreich verläuft und zu einer guten Entwicklung für die Regionen beiträgt", so Jan Hinrich Glahr.

"Chancen nutzen statt in Depression zu verharren muss zum Motto in der Lausitz werden. Wie am ehemaligen Tagebau Klettwitz, der mit aktiver Bürgerteilhabe zum Standort für Erneuerbare Energien mutierte, braucht die Lausitz insgesamt einen mutigen Aufbruch, wenn sie Energieregion mit hohen Wertschöpfungseffekten bleiben will.

Die ehemaligen Braunkohleregionen hätten die Chance, zum erfolgreichen Experimentierfeld für klimafreundliche Technologien und neuer Geschäftsfelder zu werden. Dazu zähle Power-2-X ebenso wie Formen der Direktbelieferung von Industriebetrieben mit Erneuerbarem Strom oder die Batteriezellforschung. Damit lasse sich Wertschöpfung in den Regionen halten und eine langfristige, industrielle Wachstumsperspektive schaffen.

„Klar ist aber auch: Grundlage für die neuartigen Prozesse und Dienstleistungen, die vor Ort in Forschungsverbünden entwickelt werden sollen, sind die Erneuerbaren Energien. Die ehemaligen Braunkohleregionen eignen sich ganz besonders für den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie, da dort ausreichend Flächen zur Verfügung stehen. Perspektivisch zusätzlich wichtig wird es, den Menschen vor Ort die Vorteile der Energiewende für die Regionen und Bürger deutlich zu kommunizieren. Lasst uns jetzt den Aufbruch organisieren", so Jan Hinrich Glahr.

Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 55 Verbänden, Organisationen und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Zu unseren Mitgliedern zählen u. a. der Bundesverband WindEnergie, der Bundesverband Solarwirtschaft, der Fachverband Biogas und der Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke. Wir vertreten auf diese Weise 316 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

erschienen am: 2019-09-10 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 19. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken