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Mitglieder in Baden-Württemberg unterstützen Volksbegehren „Rettet die Bienen“

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NABU: Für Mensch und Natur weiter auf Wachstumskurs

Rund zwei Wochen vor dem Start der Unterschriftensammlung zum ersten Volksbegehren „Rettet die Bienen“ in Baden-Württemberg hat der NABU heute seinen Jahresbericht 2018 und die Ziele fürs kommende Jahr vorgestellt. „Rund 110.000 Menschen im Land unterstützen uns mit ihrer Mitgliedschaft, mehr als je zuvor. Das bestärkt uns im Einsatz für mehr summende und blühende Vielfalt, für den Schutz von Wiesen und Wäldern sowie für eine naturverträgliche Landwirtschaft ohne chemisch-synthetische Pestizide“, sagte der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der Vorstellung des Jahresberichts 2018.

„Das Volksbegehren hat dafür gesorgt, dass sich die Landesregierung nach monatelangem Stillstand nun endlich ernsthaft mit der Pestizidreduktion auseinandersetzt. Das zeigt, dass wir mit dem Volksbegehren auf dem richtigen Weg sind. Es wird von einem breiten Bündnis getragen und wird dafür sorgen, dass wir bei der dringend benötigten Agrarwende endlich vorankommen, noch bevor es für viele Insekten- und Vogelarten zu spät ist“, so Enssle.

Vom Pestizidbericht zum Volksbegehren
Der NABU hatte den Stein schon vor dem Volksbegehren ins Rollen gebracht, als er im März 2018 den ersten Pestizidbericht für Baden-Württemberg veröffentlichte. „Mit dem Pestizidbericht haben wir das Problem klar benannt: Schätzungsweise 2.300 Tonnen Gifte landen jährlich auf unseren Äckern. Das ist viel zu viel! Wir fordern, nun auch mit Hilfe des Volksbegehrens und der Bevölkerung im Land, den Pestizideinsatz bis 2025 zu halbieren“, schildert Enssle.

Die CDU im Landtag hatte laut NABU-Landeschef den Prozess zur Erarbeitung einer ambitionierten Pestizidreduktionsstrategie monatelang blockiert. „So kam dieses drängende Thema nicht vom Fleck. Das traurige Ergebnis: Auch zwei Jahre nach der Ankündigung der Landesregierung, den Artenschwund in Baden-Württemberg stoppen zu wollen, darf in Naturschutzgebieten munter weitergespritzt werden. Für die rund 22.000 Hektar landwirtschaftlichen Flächen im Eigentum des Landes wurden keine besonderen Vorkehrungen zum Schutz der Artenvielfalt getroffen, dabei könnte und sollte das Land als Vorbild vorangehen und für besseren Insektenschutz und Vielfalt sorgen. Auch hier ist aufgrund der Blockadehaltung der CDU-Landtagsfraktion in den letzten zwei Jahren nichts vorangegangen. Mit dem Volksbegehren rücken die Bürgerinnen und Bürger den Artenschutz ins Zentrum der Gesellschaft. Sie wollen sehen, dass sich wirklich etwas ändert und unsere Landwirtschaft naturverträglicher wird“, erklärt Enssle.

Energiewende angesichts des Klimawandels dringender denn je
Besorgt äußert sich der NABU-Landeschef über den immer deutlicher spürbaren Klimawandel: „Was der Klimawandel für die Ökosysteme bedeutet, erleben unsere Haupt- und Ehrenamtlichen vor Ort hautnah.“ Im Hitzesommer 2018 trockneten die Torfböden des Federseemoors aus, im Bodensee bildete sich eine 200 Meter lange Sandinsel. „Der von uns Menschen gemachte Klimawandel bedroht unsere Artenvielfalt, unsere Wälder, unser Leben auf der Erde. Die Erwachsenen, die jetzt nicht handeln, setzen die Zukunft ihrer und unserer Kinder aufs Spiel und laden eine historische Schuld auf sich. Je länger wir beim Klimaschutz auf der Stelle treten, desto drastischer werden die Einschnitte, die wir für den Schutz des Klimas hinnehmen müssen“, ist Inga Fink, Vorstandsmitglied der NABU-Jugendorganisation NAJU, überzeugt.

Zusammen mit dem NABU-Landesvorsitzenden ruft sie zum globalen Klimastreik am 20. September auf und fordert: „Wir müssen die Energiewende noch rascher und umfassender gestalten, auch hier im Land. Dazu gehört etwa der naturverträgliche Ausbau der Photovoltaik. Auch die Kommunen sollten hier offensiver agieren und innovative Photovoltaik-Projekte auf Dächern, Parkdecks, Supermärkten sowie Äckern und Wiesen aktiv fördern“. Im „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ arbeitet der NABU mit dem BUND gemeinsam daran, die Energiewende so naturverträglich wie möglich zu gestalten und in die Praxis umzusetzen.

Gesunder Haushalt trotz Rekordinvestition
Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung durch Mitglieder und Spenden spiegelt sich auch im Haushaltsabschluss für 2018 des NABU-Landesverbands wider: „Durch Steigerungen bei den Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbschaftserträgen hat sich auch die Einnahmenseite positiv entwickelt. Auf der Ausgabenseite stehen zahlreiche erfolgreiche Naturschutzprojekte, der Neubau des NABU-Bodenseezentrums und Investitionen in die Verbandsentwicklung. In der Summe konnten wir das Haushaltsjahr bei einem Gesamthaushaltsvolumen von rund 5,9 Millionen Euro trotzdem mit einem Plus von 254.000 Euro abschließen“, erklärt Landesgeschäftsführer Uwe Prietzel.

Einige NABU-Highlights 2018 in Zahlen:
250.000           
•           … Arbeitsstunden leisteten die NABU-Aktiven ehrenamtlich. Der NABU Freiburg legt mit 600 Arbeitsstunden einen Wildbienen-Lehrgarten an. Das Projekt wird 2019 mit dem Landesnaturschutzpreis ausgezeichnet
•           … Samentütchen gingen im Rahmen des Projekts „Blühende Gärten“ raus. 50 Gartenberatungen konnten Privatpersonen gewinnen – über 2.000 Personen bewarben sich
13
•           … neue Kommunen verwandelten im Projekt „Natur nah dran“ Grünflächen in artenreiche Blühflächen. Über 60 hatten sich 2018 beworben, 33 machen insgesamt mit
•           … Tage vertrat Inga Fink die NAJU Baden-Württemberg bei der Biodiversitätskonferenz
der Vereinten Nationen in Ägypten
•           … Kriterien für zuverlässige, transparente Artenschutzgutachten bei der Bauplanung erarbeitete das „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ von NABU und BUND
2.300
… Tonnen Pestizide werden nach NABU-Schätzungen pro Jahr auf den landwirtschaftlichen Flächen von Baden-Württemberg ausgebracht. Mit 203 Tonnen ist Glyphosat das am häufigsten verwendete Herbizid

Weitere Informationen: Den gesamten Jahresbericht 2018 finden Sie unter www.NABU-BW.de

erschienen am: 2019-09-11 im europaticker



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