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Integriertes LIFE-Projekt verbessert Lebensraum zur Erhaltung der Strandlingsgesellschaft

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Instandsetzung des Ahlder Pools bei Emsbüren

Der „Ahlder Pool" bei Emsbüren ist ein sehr nährstoffarmer flacher Heideweiher von natürlicher Entstehung. Bis vor wenigen Jahren stellte er eines der wenigen in der atlantischen Region verbliebenen Vorkommen der Wasser-Lobelie dar. Das Gewässer ist aufgrund anhaltender Trockenheit in den letzten Jahren jedoch für immer längere Zeiträume trockengefallen. Die flächendeckende Ausbreitung von Torfmoosen erschwert das Wachstum der seltenen Lobelie. Daher werden nun im Rahmen des von der Europäischen Union geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandland­schaften“ vom NLWKN und dem Landkreis Emsland Maßnahmen zur Instandsetzung des Gewässers durchgeführt.

Das Naturschutzgebiet „Ahlder Pool (Schwatte Venn)“ bei Emsbüren ist eine flache Ausblasungsmulde, die in ein Talsandgebiet eingebettet ist, das einst von ausgedehnten Heideflächen geprägt war. Der Heideweiher wurde erstmals 1963 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und ist heute Teil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000. Im Laufe der Zeit wurde das Schutzgebiet auf eine Größe von rund 42 Hektar erweitert und mit einer Pufferzone umgeben. Die Zusatzbezeichnung „Schwatte Venn“ (schwarzes Moor) weist auf die natürlichen anmoorigen Standortverhältnisse hin. Das sehr nährstoffarme Wasser lässt die Entwicklung konkurrenzschwacher Pflanzen-Gesellschaften zu, die andernorts vor allem durch Aufgabe der Heidewirtschaft, Entwässerung und Kultivierung verdrängt wurden.

Der Ahlder Pool ist in den vergangenen Jahren aufgrund der geringen Niederschläge für immer länger anhaltende Zeiträume trockengefallen. Vegetationsrückstände, zumeist aus Torfmoosen, haben eine bis zu zehn Zentimeter dicke Schicht auf dem Gewässergrund aufgebaut, sodass das Gewässer eine starke Tendenz zur Versauerung aufweist. Dadurch wird der Fortbestand der Lobelie und anderer seltener Pflanzen dieses Lebensraumtyps gefährdet. Seit 2003 untersucht die Universität Oldenburg im Rahmen eines Forschungsprojekts das FFH-Gebiet und erfasst wertgebende Pflanzen wie die Lobelie und den Strandling. Da in dem Gebiet seit einigen Jahren keine Lobelien mehr registriert wurden, werden nun Maßnahmen zur Lebensraumoptimierung durchgeführt, um die Wiederansiedlung zu ermöglichen.

Im Rahmen des Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften“ wird seit Mitte September die Torfmoosdecke auf einem Großteil der eigentlichen Gewässerfläche vorsichtig abgetragen. Nur die Schneiden- und Strandling-Bestände am nordöstlichen Rand des Gewässers werden ausgespart. Zudem soll das Gewässer entschlammt werden. Der für die Wasserregulierung eingesetzte Mönch zum Graben im Südwesten hat seine Funktionsfähigkeit verloren und wird durch den Bau einer Verwallung mit regulierbarem Überlauf ersetzt.

Das Integrierte LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“

Die Maßnahmen am Ahlder Pool sind Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts „Atlantische Sandlandschaften“ zum Erhalt der biologischen Vielfalt, das gemeinsam von den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachen umgesetzt wird. Charakteristische Biotope der atlantischen biogeographischen Region, wie zum Beispiel Heide- und Dünenlandschaften, artenreiche Borstgrasrasen und nährstoffarme Stillgewässer, sollen dabei nachhaltig aufgewertet werden. Auch die Bestände der für diese Lebensräume typischen Arten, wie Knoblauchkröte, Kreuzkröte, Schlingnatter und Zauneidechse, sollen gestärkt werden.

Für die zehnjährige Laufzeit des Projektes steht beiden Ländern insgesamt ein Budget von 16,875 Millionen Euro zur Verfügung. 60 Prozent der Mittel werden von der Europäischen Union gestellt, jeweils 20 Prozent von den beiden Bundesländern. Die Gesamtverantwortung für das Vorhaben liegt in Nordrhein-Westfalen beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV). Die operative Umsetzung der konkreten Einzelmaßnahmen in Niedersachsen liegt beim Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Auftrag des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz (MU).

Weitere Informationen sind im Internet unter www.sandlandschaften.de und unter www.nlwkn.de verfügbar.
Bild: Eine Küstenschutzwand und weitere Befestigungen sorgen pünktlich zum Beginn der Sturmflutsaison für den bauzeitlichen Sturmflutschutz am Hadelner Kanal (Bild: Westermann/NLWKN).

Für Rückfragen zum Gesamtprojekt steht Ihnen das IP-LIFE-Team des NLWKN gerne zur Verfügung (Tel.: 0511/3034-3352, E-Mail: Thomas.Kutter@nlwkn-h.niedersachsen.de ). Für weitere Informationen bzgl. der Maßnahme am Ahlder Pool wenden Sie sich bitte an die örtliche Bauüberwachung (Ute Schreiber, Landkreis Emsland - Fachbereich Umwelt, Ordeniederung 1, 49716 Meppen, Tel: 05931/44-1577, ute.schreiber@emsland.de

erschienen am: 2019-10-07 im europaticker



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