europaticker:
Schrottreife und offensichtlich aufgegebene Fahrräder machen einen ungepflegten Eindruck, blockieren
knappe Abstellmöglichkeiten und beeinträchtigen die Verkehrssicherheit

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Fahrradschrott - Hamburg gehen den Leichen an die Speichen

Jedes Jahr entfernt die Stadtreinigung Hamburg gut 4.000 Schrotträder aus dem öffentlichen Raum.

So ist das Verfahren: Stellen Polizei oder Mitarbeiter der Bezirksämter fest, dass ein Fahrrad offensichtlich schon lange an einer Stelle steht, die Verkehrssicherheit gefährdet oder selbst verkehrsuntauglich ist, kennzeichnen sie das Rad mit einem leuchtend roten Aufkleber, auf dem eine Frist vermerkt ist. Mindestens 14 Tage lang hat der Eigentümer dann noch die Möglichkeit, sein Rad zu entfernen. Nach Ablauf dieser Frist kommt der Verkehrssicherungsdienst der Stadtreinigung Hamburg und entsorgt das gekennzeichnete Fahrrad im Auftrag der Polizei oder des Bezirksamtes. Bei unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung kann vom Bezirksamt oder der Polizei auch eine Verschrottung innerhalb von 24 Stunden angeordnet werden. 

Fahrräder durchlaufen während ihres "Lebens" unterschiedliche Phasen. Beginnend mit dem Erwerb (1), über die Nutzung (2), bis hin zu der Entscheidung, dass ein Fahrrad nicht mehr genutzt wird.

Wird es im öffentlichen Raum abgestellt und vergessen (3), wird das Fahrrad irgendwann zum Problem, weil es den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum blockiert (4) und im extremsten Fall den Verkehr gefährdet.

Befindet sich ein Fahrrad in einem "schrottreifen" Zustand*, dürfen nur die Polizei und das Ordnungswidrigkeitsmanagement der Bezirksämter das betroffene Fahrrad als Schrott kennzeichnen und somit eine Entfernung aus dem öffentlichen Raum veranlassen. Das machen sie aus eigenem Antrieb, wenn ihnen auffällt, dass ein Fahrrad "schrottreif" ist oder durch einen Hinweis von Bürger*innen über die Hotline "Saubere Stadt", den die SRH an das zuständige Bezirksamt weiterleitet. Für die Markierung wird ein orangeroter Zettel am Fahrrad angebracht (5), auf dem die abfallrechtlichen Grundlagen vermerkt sind und der das Fahrrad als Abfall deklariert. Das ist die Grundlage dafür, dass die SRH das Fahrrad entsorgen darf. Die Frist beträgt 14 Tage. Am/ab dem 15. Tag dürfen wir tätig werden. Die Stadtreinigung handelt ausschließlich im Auftrag und ist nur für die Entsorgung zuständig. Dies geschieht vor Ort mit Spezialwerkzeug (6).

Fahrräder die nicht mehr "zu retten" sind, landen bei einem Schrottverwerter, damit die Komponenten die weiter verwertet werden können, wieder eingesetzbar gemacht werden (7). Falls die Räder mit wenigen Handgriffen in einen fahrtüchtigen Zustand gebracht werden können, bringen unsere Entsorger*innen die Räder in die Fahrradwerkstatt der SRH am Recyclinghof Brandstücken in Osdorf. Dort werden sie von unseren Mitarbeiter*innen begutachtet und aufgearbeitet (8). Die Räder werden über unsere Gebrauchtwarenkaufhäuser Stilbruch an interessierte Kunden*innen verkauft (9).

* Im Sinne der Bezirksämter und der Polizei zeichnet sich Fahrradschrott durch folgende Merkmale aus: