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Für die Zukunft sind neue Abfalldeponien notwendig

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Der Kanton Nidwalden (CH) hat seine Abfall- und Deponieplanung überarbeitet

Während die Siedlungsabfälle dank der Sackgebühr zurückgegangen sind, neigen sich die Restlaufzeiten von Deponien für Bauabfälle zwischen 2026 und 2041 dem Ende. Zur Abklärung des Bedarfs an Abfallanlagen sowie zur Festlegung derer Standorte erstellen die Kantone sogenannte Abfallplanungen. Im letzten und aktuellen Jahr hat der Kanton Nidwalden seine aus den Jahren 2011/12 stammende Abfallplanung überarbeitet und in der Zwischenzeit vom Regierungsrat genehmigen lassen. Neben Gemeinde- und Kantonsaufgaben wie der Siedlungsabfallentsorgung werden in der Zentralschweiz Themen wie die Kehrichtverbrennungsanlagen kantonsübergreifend koordiniert.

Abfallströme im Kanton Nidwalden pro Jahr

Siedlungsabfälle

rund 19.000 t

  • 9.700 t Kehrichtverbrennung
  • 5.800 t Separatsammlung / Recycling
  • 3.500 t Kompostierung

Bauabfälle

rund 250.000 t

  • 188.000 t Ablagerung Deponien
  • 53.000 t Recyclingbaustoffe
  • 5.000 t Recycling Altholz
  • 3.200 t Kehrichtverbrennung


Pro Kopf fallen im Kanton Nidwalden jährlich rund 450 Kilogramm Siedlungsabfälle an. Davon wird die Hälfte durch Recycling oder Kompostierung verwertet, die andere Hälfte in der Kehrichverbrennungsanlage Renergia in Perlen verbrannt, woraus Strom produziert und Abwärme gewonnen wird.

Auffällig ist der Effekt der Sackgebühr, die 2014 in Nidwalden eingeführt worden ist. Seither konnte die anfallende Menge brennbarer Siedlungsabfälle um 43 Prozent gesenkt und die Recyclingquote auf den Schweizer Durchschnitt von etwa 50 Prozent angehoben werden. Bei den Abfallmengen werden in naher Zukunft keine sprunghaften Entwicklungen erwartet, es ist von einer Zunahme im Rahmen des Bevölkerungswachstums auszugehen.

Bei den Bauabfällen wird rund ein Viertel in den lokalen Bauschuttaufbereitungsanlagen zu Recyclingbaustoffen aufbereitet oder thermisch verwertet (Altholz). Die übrigen 75 Prozent werden abgelagert. Die Menge an Bauabfällen ist in den vergangenen Jahren in etwa konstant geblieben. Seit der letzten Abfallplanung konnte jedoch der als Recyclingbaustoffe wiederverwertete Anteil von 8 auf 21 Prozent gesteigert werden.

Unverschmutzter Aushub als grösstes Segment bei den mineralischen Bauabfällen wird auf der zentralen Aushubverwertungsstelle zur Wiederauffüllung und anschliessenden Rekultivierung der Kiesgrube Ännerberg in Oberdorf verwertet. Leicht belastete mineralische Bauabfälle werden auf der Deponie im Rotzloch abgelagert. Die Deponie Cholwald ist auf stärker verschmutztes Material ausgelegt.

Verfüllung und Restvolumen Verwertungsstelle und Deponien (Ende 2017)

Verwertungsstelle für unverschmutzten Aushub Ännerberg (Oberdorf)

Volumen total

Restvolumen

Restlaufzeit

5 Mio. m3

2.76 Mio. m3

24 Jahre / 2041

Deponie Rotzloch (Typ B, Stansstad)

Volumen total

Restvolumen

Restlaufzeit

1.58 Mio. m3

817.800 m3

12 Jahre / 2029

Deponie Cholwald (Typ E, Ennetmoos)

Volumen total

Restvolumen

Restlaufzeit

320.000 m3

214.000 m3

8 Jahre / 2026

Auf Grund der langen Planungs- und Projektierungshorizonte für Deponien und die allmähliche Verfüllung der bestehenden Anlagen wird bereits heute an Nachfolgelösungen gearbeitet. Bei der Deponie Cholwald ist eine Erweiterung um 521.000 Kubikmeter am bestehenden Standort vorgesehen. So könnte ein Deponievolumen für weitere 15 bis 20 Jahre sichergestellt werden. Bei den Ablagerungsstellen für unverschmutztes und wenig belastetes Material liegt der Fokus mittel- bis langfristig vor allem auf der Wiederauffüllung von Materialentnahmestellen in Form von Deponien.

Nebst den Massnahmen für genügende Ablagerungsmöglichkeiten soll künftig zur Minderung der Umweltbelastung vor allem auch die Verwertung von Abfällen gefördert werden.

erschienen am: 2019-10-08 im europaticker



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