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Tierversuchslabor Mienenbüttel: Erstmals war es Tierschützern gelungen, den Alltag
in einem Tierversuchslabor versteckt zu dokumentieren

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Grüne stellen nach Manipulationsvorwürfen Strafanzeige gegen LPT-Geschäftsführer

Am gestrigen Dienstag (5. November) wurden in der ARD-Sendung „Fakt“ neue Vorwürfe gegenüber den Tierversuchslaboren der Firma LPT erhoben. Ehemalige Mitarbeiterinnen berichteten von schweren Manipulationen an Studien, zu denen sie von Vorgesetzten aufgefordert wurden. Die Grünen im Landtag haben deshalb Strafanzeige gegen LPT-Geschäftsführer Dr. Jost Leuschner gestellt.

Tierversuche: Wurden Testergebnisse manipuliert?

Erstmals war es Tierschützern gelungen, den Alltag in einem Tierversuchslabor versteckt zu dokumentieren. Doch nicht nur die Tierversuche sorgen für Empörung, offenbar wurden auch Versuchsergebnisse manipuliert.

Bereits Mitte Oktober wurden durch Under-Cover-Recherchen eines Tierschützers der Initiative „Soko Tierschutz“ Bilder aus dem LPT-Labor Mienenbüttel publik, die gravierende Verstöße gegen den Tierschutz offenbarten. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) erteilt deshalb keine weiteren Genehmigungen für Tierversuche, hat bestehende Genehmigungen widerrufen und prüft den Abbruch laufender Versuche. Der Landkreis Harburg prüft den Entzug der Betriebserlaubnis für den Standort Mienenbüttel. Die Grünen hatten bereits Mitte Oktober die umgehende Schließung und den sofortigen Abbruch der Versuche in Mienenbüttel gefordert. 

Miriam Staudte, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin für Tierschutz: „In den Laboren von LPT sind offenbar nicht nur Tiere jahrelang gequält, sondern auch Ergebnisse manipuliert worden. Die Aussagen der ehemaligen Mitarbeiterinnen gegenüber dem ARD-Magazin ‚Fakt‘ weisen auf schwere Manipulationen bei den Studienergebnissen hin, die überdies auf Anweisung von Vorgesetzten erfolgt sein sollen. LPT hat demnach seit Jahren billigend in Kauf genommen, dass auch die Gesundheit von Menschen infolge verfälschter Versuchsergebnisse gefährdet worden ist. Die Aussagen der ehemaligen Beschäftigten sind detailliert und erscheinen glaubwürdig.

Wenn die Angaben wahr sind, dann stehen alle vermeintlich wissenschaftlichen Studien des LPT damit in Frage. Die Grünen im Landtag haben deshalb Strafanzeige gegen den Geschäftsführer von LPT, Dr. Joost Leuschner gestellt und erneuern deshalb die Forderung an das niedersächsische LAVES, das LPT-Labor Mienenbüttel umgehend zu schließen und alle noch laufenden Tierversuche sofort abzubrechen. Wir gehen auch davon aus, dass die Aufsichtsbehörden für die LPT-Labore in Hamburg und Schleswig-Holstein vom LAVES über die Vorfälle in Mienenbüttel umgehend unterrichtet werden und es eine abgestimmte Vorgehensweise gibt.“

Auch Hamburger Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz schaltet Staatsanwaltschaft im Fall LPT ein

Aufgrund der in den Medien öffentlich bekannt gewordenen Vorwürfe von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma LPT hat die zuständige Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz heute die Hamburger Staatsanwaltschaft gebeten, wegen der im Raum stehenden Vorwürfe Ermittlungen aufzunehmen. Ehemalige Mitarbeiterinnen hatten gegenüber dem Nachrichtenmagazin „Fakt“ Aussagen getroffen, die auf eine Manipulation von Versuchsreihen – u.a. am Hamburger Standort der Firma- schließen lassen.

Die aktuellen Ereignisse werfen Fragen hinsichtlich der Zuverlässigkeit von LPT auf. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wird daher auch die Klärung der aktuellen Vorwürfe und Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft zur Voraussetzung der Erteilung einer Genehmigung von Tierversuchsanträgen der Firma LPT machen. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wird sich dazu eng mit den zuständigen Behörden in Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit dem Ziel eines abgestimmten Vorgehens austauschen.

LPT: Landkreis prüft nach Hinweisen auf Tierschutzverstöße Betriebsuntersagung

Landkreis Harburg: Kontrollen bei Tierversuchsanstalt werden verschärft

Großdemo gegen das Todeslabor LPT

SOKO Tierleid: Erschütternde Beweise: Rechtsbrüche, Gewalt gegen Tiere und sterbende, blutende Hunde

EU-Vertragsverletzungsverfahren wegen Tierversuche

Das LPT in Mienenbüttel nahe Hamburg macht Giftigkeitsversuche an Hunden, Katzen,

Affen und Kaninchen für Auftraggeber aus Deutschland und weltweit.

Undercover in Deutschlands geheimsten, privaten Tierversuchslabor

 

erschienen am: 2019-11-06 im europaticker



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