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Ministerin Otte-Kinast gibt in Brüssel den Startschuss für ein neues Netzwerk

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Intensive Landwirtschaft: Von den Nachbarn in Europa lernen

Erstmals fand Mittwoch (06.11.2019) eine „Strategische Konferenz AgriSystem Transformation" in der Niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel statt. Gastgeberin war Niedersachsens Ministerin für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz, Barbara Otte-Kinast. Die Konferenz wurde gemeinsam mit dem Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen organisiert.

Der Wandel in der Landwirtschaft vollzieht sich nicht nur in Niedersachsen. Auch in anderen Regionen Europas müssen sich Landwirtinnen und Landwirte vor dem Hintergrund drängender Fragen für die Zukunft aufstellen. Dies bestätigten Vertreter aus landwirtschaftlicher Praxis, Wissenschaft und Politik aus Flandern (Belgien), Niederlande, Katalonien (Spanien), Bretagne (Frankreich) und Irland. All diese Regionen zeichnen sich wie Niedersachsen durch intensive Landwirtschaft auf engem Raum aus. Zentrale Herausforderungen in allen Regionen liegen in den Bereichen Umwelt (Klima, Wasser und Boden - z.B. Nährstoffüberschüsse, Treibhausgasemissionen, Sojabasierte Fütterung), Tierwohl (z.B. Haltung, Transport), Tiergesundheit (z.B. Antibiotikaresistenzen) sowie sozio-ökonomische Lage ländlicher Räume (z.B. Entwicklungsmodelle und Betriebsperspektiven von landwirtschaftlichen Betrieben und zugehörigen Regionen).

Erfahrungen bündeln

Ministerin Barbara Otte-Kinast sagte zur Eröffnung der Strategiekonferenz: „Die aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft in agrarintensiven Regionen zeigen, dass Wachstum an Grenzen stoßen kann. Wir brauchen jetzt Perspektiven und Handlungsoptionen für unsere Betriebe. Dabei sind wir nicht allein. Auch in anderen Ländern gibt es vergleichbare Herausforderungen. Da ist es nur konsequent, wenn wir Kräfte bündeln und gemeinsam an einem Strang ziehen."

Ziel der Konferenz war es, ein regionales Netzwerk aus Regionen mit Intensiven Landwirtschaftssystemen aufzubauen, um voneinander zu lernen und die verschiedenen Kompetenzen und Erfahrungen für die Entwicklung neuer Lösungen zu nutzen. Diese werden dringend gebraucht, um die aktuellen Transformationsprozesse bewältigen zu können. Fest steht: Dies können weder Landwirtschaft noch Wissenschaft alleine lösen. Starke Partnerschaften werden immer wichtiger - nicht nur regional sondern auch international.

Während der Konferenz ging es auch um die Finanzierung. In dem Verbund ist geplant, von EU-Geldern aus dem kommenden EU-Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe" (2021-2027) zu profitieren. Dieses Programm im Blick fügte die Ministerin hinzu: „Mit dem bereits vorhandenen Verbund zur Transformationsforschung verfügen wir in Niedersachsen bereits über ein dichtes Netzwerk aus Wissenschaft und Praxis, das sich mit dem Wandel in der Landwirtschaft beschäftigt. Dieses gilt es jetzt zu erweitern. Wir müssen diese Forschung auch im europäischen Kontext stärken, wenn wir auch zukünftig eine Führungsrolle in der europäischen Landwirtschaft behalten wollen."

Voneinander lernen, miteinander lernen

Mit der eintägigen Veranstaltung soll der Einstieg gefunden werden, Niedersachsen künftig noch besser in die europäische Agrarforschungslandschaft und das neue Forschungsrahmenprogramm einzubringen. Weitere Netzwerktreffen zur Entwicklung von Ideen und der Vorbereitung von Anträgen sind geplant.

Die Geschäftsführerin des Verbunds Transformationsforschung agrar, Dr. Barbara Grabkowsky, sagte: „Mögliche Themen für Anträge sind zahlreich. So zeigt die Schweinehaltung in Spanien und insbesondere in Katalonien beispielhaft, dass auch andere Länder vor ähnlichen Herausforderungen stehen, wie die Landwirtinnen und Landwirte in Niedersachsen. In Spanien wurden im vergangenen Jahr 20 Prozent aller in der EU gehaltenen Schweine registriert. Die regionale Schweineproduktion in Spanien ist in den letzten zehn Jahren um 17,6 Prozent angestiegen, so dass das Land heute zum weltweit drittgrößten Schweinefleisch-Exporteur aufgestiegen ist. Damit verbunden sind aber auch Probleme. So wird auch in Spanien über regionale Nährstoffüberschüsse und den damit verbundenen Folgen für Boden, Wasser und Luft diskutiert. Da ist es nur naheliegend, den Informationsaustausch zu fördern und entsprechenden Forschungs- und Handlungsbedarf zu formulieren."

erschienen am: 2019-11-07 im europaticker



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