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Untersteller: „Die tiefe Geothermie ist ein wichtiger Eckpfeiler für klimafreundliche Wärmeerzeugung.“
Baden-Württemberg unterstützt den Ausbau der tiefen Geothermie

Die baden-württembergische Landesregierung bekräftigt die Rolle der tiefen Geothermie als wichtigen Baustein der Energiewende für eine nachhaltige Wärme- und Stromerzeugung. Sie unterstützt den Ausbau der tiefen Geothermie im Land und wird sich dafür engagieren, die Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Einsatz der tiefen Geothermie zu verbessern. Das hat das Kabinett in seiner Sitzung am 24. März beschlossen.

„Die tiefe Geothermie kann einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte Umweltminister Franz Untersteller heute (25.03.) in Stuttgart. „Allerdings spielt sie bislang bei der Wärme- und Stromversorgung hierzulande nur eine untergeordnete Rolle. Dabei gibt es in Baden-Württemberg sehr gute Potenziale. Mit dem gestrigen Beschluss spricht sich der Ministerrat für deren Nutzung aus.“

Tiefe Geothermie – wichtiger Eckpfeiler für Energiewende und Klimaschutz

Der Ausbau der tiefen Geothermie sei für die Erreichung der baden-württembergischen Klimaschutzziele fundamental wichtig, betonte der Minister. „Die damit verbundenen Herausforderungen wollen wir gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Unternehmen, Ingenieurbüros, Verbänden und Kommunen meistern. Dazu verankern wir verschiedene Maßnahmen in einer Road Map Tiefe Geothermie.“

Der Fokus sei insbesondere darauf gerichtet, die Öffentlichkeit über Chancen und Risiken der Tiefen Geothermie zu informieren und möglichen Vorbehalten der Bevölkerung fachlich fundiert zu begegnen, erläuterte Untersteller. „Darüber hinaus geht es darum, die technischen und wirtschaftlichen Potenziale für profitable Projekte zu untersuchen, Erschließungskonzepte zu entwickeln und Netzwerke für die Umsetzung von Projektideen zu knüpfen.“

Zur Entwicklung und Erprobung eigenständiger Maßnahmen durch das Landesforschungszentrums Geothermie (LFZG) hat das Umweltministerium einen entsprechenden Forschungsantrag bewilligt. Das LFZG hat seinen Sitz am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

NABU: Tiefen-Geothermie für Energiemix der Zukunft nutzen

Zum Ausbau der Tiefen-Geothermie im Land sagt der NABU-Landesvorsitzende, Johannes Enssle: „Die Tiefen-Geothermie kann im Energiemix der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, weil sie unabhängig von Witterung, Tages- oder Jahreszeit kontinuierlich Energie zur Verfügung stellt. Besonders positiv ist ihr geringer Flächenbedarf im Verhältnis zur Leistung. Geothermische Kraftwerke prägen die Landschaft weniger deutlich, als beispielsweise die Windenergie, und können gut in den Siedlungsbereich eingepasst werden. Da gerade im Wärmebereich die Energiewende bisher kaum vorangekommen ist, hat hier die Tiefen-Geothermie besonderes Gewicht. Aus ökologischer und ökonomischer Sicht sind Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zu bevorzugen. Sie produzieren Strom und nutzen gleichzeitig die anfallende Abwärme.“

Sylvia Pilarsky-Grosch, Landesgeschäftsführerin des BUND Baden-Württemberg: „In Bayern wird die Tiefe Geothermie schon mutig angegangen, in der Schweiz gibt es richtungsweisende Projekte. Dass sich auch die baden-württembergische Landesregierung klar für die Nutzung Tiefer Geothermie zur Energiegewinnung ausspricht, ist ein gutes Zeichen. Gemeinsam mit anderen erneuerbaren Wärmequellen, wie Solarthermie, Umweltwärme aus Flüssen und Biomasse, wird die Geothermie das Rückgrat unserer zukünftigen Wärmeversorgung bilden. Insbesondere im Rheingraben hat die Geothermie ein sehr hohes Potential. Da in der Region Mannheim auch schon größere Wärmenetze existieren, ist die aus tiefen Schichten gewonnene Wärme gut und schnell in die Haushalte zu bringen. Bisher stammt die Wärme im dortigen Netz hauptsächlich aus Steinkohle, einem der klimaschädlichsten Energieträger. Mit dem Umstieg auf Geothermie und andere erneuerbare Energien kann so der Klimaschutz einen großen Schritt vorangebracht werden. Eine gute wirtschaftliche Entwicklung wird nur noch klimaschonend möglich sein, hierfür kann die Tiefe Geothermie einen wichtigen Beitrag leisten.“

Tiefe Geothermie ist eine ausreichend erprobte und, professionell umgesetzt, eine sichere Energiequelle. Wichtig bei ihrer Nutzung ist eine umfassende Planung, die insbesondere den Schutz des Grundwassers und des Gesteins, eine möglichst geringe Wasserentnahme zu Kühlzwecken, Naturschutz- und Immissionsschutzaspekte beachtet.

Weitere Informationen:
Webseite des BUND zu Erneuerbaren Energien: https://www.bund-bawue.de/themen/mensch-umwelt/klima-und-energie/erneuerbare-energien/

Ergänzende Informationen:

Die Nutzung der tiefen Geothermie bietet viele Vorteile wie

(unabhängig von schwankenden Rohstoffpreisen) und