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Naturschutz aus Liebe zur Natur
Der NABU Thüringen wird 30 Jahre alt

In diesem Jahr feiert der NABU Thüringen sein 30-jähriges Bestehen. Am 31. März 1990 wurde der Naturschutzverband als gemeinnütziger Verein anerkannt. Ab diesem Zeitpunkt ist es amtlich und Naturschützer aus ganz Thüringen machen sich organisiert für die Belange der Natur stark.

„Unsere Anfangsjahre waren kein leichter Weg und von Entbehrungen geprägt. Die Arbeit für den Naturschutz nahm viel Zeit in Anspruch und meine Familie musste stark darunter leiden“, erinnert sich Dr. Dietrich von Knorre, einer der Gründungsväter und damaliger Landesvorsitzender. „Es fehlte uns an Allem, insbesondere an Erfahrungen im Umgang mit den Behörden, aber auch an Geld, um den Postverkehr zu den Mitgliedern aufzubauen. In dieser Situation griffen uns Freunde wie Herr Lothar Nitsche, ein engagierter Naturschützer aus Zierenberg in Hessen, verständnisvoll unter die Arme.“ Die anfänglichen Strukturen des NABU in Thüringen speisten sich aus den Reihen der gut organisierten Ornithologengruppen im „Kulturbund der DDR“. Klaus Götze, ein weiterer Motor der Anfangsjahre und damals stellvertretender Landesvorsitzender, berichtet: „Wir haben in ganz Thüringen Kontakt zu Naturschützerinnen und Naturschützern aufgenommen, um sie zu motivieren bei uns mitzumachen. Wir pflegten zudem den Kontakt zum damaligen „Deutschen Bund für Vogelschutz“, der sich 1990 in NABU umbenannte. Als erste Geschäftsstelle wurde das Wohnzimmer von Dr. Dietrich von Knorre zweckentfremdet. „Später konnten wir durch die Vermittlung von Pfarrer Krautwurst aus Jena den alten Konsum in Leutra günstig erwerben und bis heute ist uns dieser Sitz als Landesgeschäftsstelle erhalten geblieben“, so Klaus Götze.

Die abenteuerlichen Jahre der Anfangszeit haben den Grundstein für die erfolgreiche Entwicklung des NABU Thüringen gelegt. Mittlerweile hat sich der Verband, mit fast 17.000 Mitgliedern zum stärksten Umwelt- und Naturschutzverband in Thüringen entwickelt. Mit 20 Kreis- beziehungsweise Regionalverbänden und 31 Ortsgruppen ist der NABU im Freistaat fast flächendeckend vor Ort vertreten. „Heute wie damals lebt der NABU hauptsächlich vom Engagement hunderter unermüdlicher Helferinnen und Helfer, die sich für die Belange der Natur einsetzen. Alle ehrenamtlichen Naturschutzmacherinnen und Naturschutzmacher haben eines gemeinsam: Sie lieben die Natur und packen bei vielen Aktionen von der Krötenzaunbetreuung bis zur jahrzehntelangen Pflege besonders wertvoller Wiesen selbst mit an“, resümiert Martin Schmidt der derzeitige Landesvorsitzende des NABU. „Es gehört aber auch zu unseren Aufgaben, auf Missstände beim Umgang mit unserer Natur und den daraus resultierenden Gefahren für Arten und Landschaften hinzuweisen. Das war in den neunziger Jahren schon so, als wir uns für die umweltverträglichere Tunnellösung beim Ausbau der Autobahn A4 bei Leutra stark machten und das ist auch heute noch so, wenn wir uns für den Erhalt der Schuderbachswiese bei Oberhof, einem der größten dokumentierten Bestände der streng geschützten Heilpflanze Arnika, einsetzen.“

Thematisch liegt der Fokus der NABU-Arbeit in Thüringen auf den Bereichen Landwirtschaft, Gewässer und Wald. „Die Ziele und Ausgangslagen sind bei den Themen allerdings verschieden. Beim Wald wird es eher darum gehen, negative Veränderungen durch die wachsenden wirtschaftlichen Zwänge zu bremsen. Bei der Gewässerentwicklung wollen wir, dass die Sonntagsreden von Politik und Verwaltung über Synergien zwischen Gewässerentwicklung und naturnahem Hochwasserschutz Wirklichkeit werden. Gas geben müssen wir vor allem in der Landwirtschaft, da sie auf mehr als der Hälfte der Landesfläche unsere Natur sehr stark beeinflusst. Die in der Agrarförderung reichlich fließenden Fördergelder aus unseren Steuern müssen in die richtige Richtung für mehr Artenvielfalt gelenkt werden. Gerade in Zeiten einer Krise ist es erforderlich, diese überfällige Reform anzugehen und die Landwirtschaft fit für die Zukunft zu machen. Die derzeit laufenden Verhandlungen zur Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in der Europäische Union könnten die richtigen Weichen für eine naturverträglichere Landwirtschaft stellen, die sich dann für die Landwirtinnen und Landwirte auch lohnt, die unser aller Nahrung produzieren.“

Wichtige Daten in Kürze
Der NABU Thüringen wurde im Januar 1990 gegründet und am 31. März 1990 als gemeinnütziger Verein anerkannt. Mittlerweile hat sich der Verband mit fast 17.000 Mitgliedern zum stärksten Umwelt- und Naturschutzverband in Thüringen entwickelt. In Form von 20 Kreis- beziehungsweise Regionalverbänden und 31 Ortsgruppen ist der NABU im Freistaat fast flächendeckend vor Ort vertreten. Auch die Naturschutzflächen in NABU-Hand nehmen in Thüringen weiter zu. Über 54 Hektar kamen 2019 in Eichental, im Tontagebau Königshofen und am Windknollen dazu. Insgesamt besitzt der NABU nun fast 1.170 Hektar Naturschutzflächen in Thüringen, die durch dessen Stiftung „Nationales Naturerbe“ verwaltet werden.

Die Projekte und die Themenpalette, mit denen sich der NABU Thüringen beschäftigt sind vielfältig. Bekannte Mitmachaktionen sind zum Beispiel die Stunde der Gartenvögel, der Insektensommer und “Schwalben willkommen!”. Die Naturschützerinnen und Naturschützer setzen sich aber auch für konfliktträchtige Tierarten wie zum Beispiel Wolf oder Luchs ein. Als eine Brücke zwischen naturschutzpolitischer Arbeit und konkreten Aktionen vor Ort hat der NABU in den letzten Jahren auch von der Europäischen Union und vom Freistaat Thüringen geförderte Projekte wie „Bibermanagement in Thüringen“ oder die Einrichtung von „Frosch- und Vogelweiden“ gestartet.

erschienen am: 2020-03-30 im europaticker



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