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NLWKN richtet Flächen in der Wesermarsch für Wiesenvögel her
Naturschutz-Projekt bei Abbehausen noch vor der Brutzeit umgesetzt

Uferschnepfen und Rotschenkel haben eine Vorliebe für die feuchten Grünlandgebiete der norddeutschen Marschen und Niederungen. Doch ihr Bestand hat in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen. Rechtzeitig vor der Rückkehr der Tiere aus ihren Überwinterungsgebieten in die Wesermarsch hat der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) auf den landeseigenen Flächen bei Abbehausen wichtige Naturschutzmaßnahmen umsetzen können. Sie dienen der Optimierung der Lebensräume der geschützten Arten.

Wiesenvögel wie Uferschnepfen, Rotschenkel und Kiebitz bauen ihre Nester am Boden. Sie bevorzugen dabei großräumige, störungsarme Grünlandgebiete mit kurzer Vegetation, deren Böden feucht und weich sind. „Hier können die langschnäbeligen Vögel in der Erde nach Nahrung stochern", weiß Silke Haack vom Regionalen Naturschutz in der NLWKN-Betriebsstelle Brake Oldenburg. Die Tiere gehören damit traditionell zur Landschaft der Wesermarsch. Seit Jahren bemühen sich Ornithologen, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Wesermarsch und der NLWKN, die hiesigen Bestände der Wiesenvögel in Zusammenarbeit mit den Landwirten zu erhalten.

„Damit Gelege und Küken eine hohe Überlebenschance haben, ist es wichtig, dass Flächen mit Gelegen während der Brutsaison nicht befahren, gewalzt, gestriegelt und gemäht werden", erklärt Silke Haack. Darüber hinaus wird in den Brutgebieten der Wasserhaushalt gezielt so reguliert, dass sie im Winter und Frühjahr nass, teilweise überstaut und damit für die Langschnäbel attraktiv sind. Auf landeseigenen Flächen in den EU-Vogelschutzgebieten „Butjadingen" und „Marschen am Jadebusen" werden in diesem Jahr deshalb Maßnahmen zur Zurückhaltung von Oberflächenwasser umgesetzt. Unterstützung erhalten die Naturschützer dabei aus der Wasserwirtschaft: Die Maßnahmen werden gemeinsam mit dem Aufgabenbereich Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen des NLWKN realisiert.

Regelbare Staue im flächeneigenen Grabensystem und ein Fanggraben zum Schutz des Nachbargrundstücks wurden bereits in den vergangenen Wochen auf entsprechenden Flächen am Kurfürstendamm fertiggestellt. Außerdem mussten Überfahrten neu angelegt werden, um Trift- und Fahrwege zu optimieren. „Dabei hat uns geholfen, dass das Grünland inzwischen etwas abgetrocknet ist. So konnten wir die von der Wasserbehörde des Landkreises genehmigten Arbeiten umsetzen, bevor die ersten Uferschnepfen und Rotschenkel aus den Überwinterungsgebieten in Afrika und am Mittelmeer zur Brutsaison zurückkehrten", so Haack.

Nach der Brutsaison soll es im Sommer in der Wesermarsch weitergehen: Um mehr Oberflächenwasser auf der Fläche zurückhalten zu können, werden dann ausgewählte Grüppen gestaut und Blänken angelegt. Auch auf weiteren landeseigenen Flächen in der Stollhammer Wisch und in Schweiburg sollen im Spätsommer vergleichbare Maßnahmen umgesetzt werden, die dem Wiesenvogelschutz dienen. Langfristiges Ziel der Naturschützer ist es, den Abwärtstrend der Brutvogelzahlen der Uferschnepfe zu stoppen.

erschienen am: 2020-03-31 im europaticker



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