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85 Prozent der 15–29-Jährigen in Deutschland würden Unternehmen oder Marken boykottieren, die stark zur Erderwärmung beitragen
80 Prozent der Deutschen sind bereit, weniger in den Urlaub zu fliegen
Umfrage der EIB zum Klimawandel

Die Europäische Investitionsbank (EIB) hat zusammen mit dem Marktforschungs- und Beratungsunternehmen BVA die zweite Ausgabe ihrer Umfrage zum Klimawandel durchgeführt. Sie will damit herausfinden, wie die Menschen in der Europäischen Union, in den USA und in China zum Klimawandel stehen. Diesmal geht es darum, was die Bürgerinnen und Bürger persönlich bereits gegen den Klimawandel tun oder tun möchten. 

Wie die Ergebnisse zeigen, sind die Menschen in allen Regionen Deutschlands bereit, ihren Lebensstil anzupassen, aber in unterschiedlichem Maße. Die Umfrage beleuchtet folgende Handlungsfelder:

Urlaub: 80 Prozent der Deutschen nehmen sich vor, weniger mit dem Flugzeug zu reisen. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als der europäische Durchschnitt (75 Prozent). 81 Prozent der Deutschen wollen für Reisen von fünf Stunden oder weniger den Zug nehmen, statt zu fliegen.

Wohnen: Die Deutschen tun auch daheim etwas gegen den Klimawandel: 12 Prozent wollen aus Umweltgründen im Winter weniger heizen, weitere 63 Prozent tun dies bereits. 35 Prozent sind bereit, zu einem grünen Versorger zu wechseln – zusätzlich zu den 30 Prozent, die bereits gewechselt haben.

Verkehr: In puncto umweltfreundliche Mobilität hinken die Deutschen hinter anderen europäischen Ländern her: 72 Prozent geben an, tägliche Wege aus Klimaschutzgründen zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen, gegenüber europaweit 76 Prozent. Nur 55 Prozent der Deutschen fahren öffentlich statt mit dem Auto – europaweit sind es im Durchschnitt 64 Prozent.

Abfall: 93 Prozent der Deutschen wollen weniger Plastikprodukte kaufen. Konkret haben sich 80 Prozent vorgenommen, keine Plastikflaschen mehr zu kaufen, 94 Prozent wollen auf Plastiktüten verzichten und 93 Prozent auf in Plastik verpackte Produkte.

Ernährung: 94 Prozent der Deutschen kaufen bereits einheimische und saisonale Produkte oder haben es vor. Die Bereitschaft, weniger rotes Fleisch zu essen, ist bei Männern allerdings geringer als bei Frauen: 72 Prozent der Männer sind dazu bereit, bei den Frauen sind es 85 Prozent.

Unternehmen und Marken: Die jüngere Generation geht voran, was ein nachhaltigeres Konsumverhalten betrifft: 85 Prozent der 15–29-Jährigen in Deutschland wollen Unternehmen oder Marken boykottieren, die stark zur Erderwärmung beitragen. 68 Prozent sind bereit, in grüne Fonds zu investieren. 70 Prozent der 15–29-Jährigen haben schon für das Klima demonstriert oder haben es vor. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als in der Altersgruppe 30–64 (51 Prozent).

Auch weltweit sind die Menschen bereit, 2020 etwas gegen den Klimawandel zu tun. Sehr einig sind sie sich etwa darin, den Plastikverbrauch einzuschränken: 81 Prozent der Menschen in den USA, 93 Prozent in Europa und 98 Prozent in China wollen nach eigenen Angaben weniger Plastikprodukte kaufen. Was das Wohnen betrifft, ergibt sich hingegen kein einheitliches Bild: In China haben über 94 Prozent der Umfrageteilnehmer vor, zu einem grünen Energieversorger zu wechseln, in Europa nur 70 Prozent und in den USA nur 64 Prozent. Ähnlich sieht es bei Anlagen in grüne Fonds aus: In China planen über 86 Prozent, 2020 in derartige Anlagen zu investieren, gegenüber 56 Prozent in den USA und 52 Prozent in Europa.

Emma Navarro, EIB-Vizepräsidentin für Klimaschutz und Umwelt: „Ich bin begeistert darüber, wie stark sich die Menschen in Europa in unserem gemeinsamen Kampf gegen den Klimawandel engagieren. Mit dem, was wir selbst tun, setzen wir die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Trends und helfen, den Klimawandel zu bremsen. Die Europäische Investitionsbank wird die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Mitteln nach Kräften im Kampf für eine nachhaltigere Zukunft unterstützen. Es ermutigt mich zu sehen, wie ernst die Menschen den Klimaschutz nehmen und als Teil ihres Lebens begreifen: Wir können das nur schaffen, wenn alle mitziehen!“

erschienen am: 2020-01-14 im europaticker



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