europaticker:
Mix an Baumarten soll Klimawandel und möglichen Ausfällen trotzen
Neustifter Wald im Wandel: Einst Getreideacker – künftig klimafitter Bergwald

Für reine Fichtenwälder wird es in einer Höhenlage unter 1.000 Meter Seehöhe zunehmend eng. Stürme, Trockenheit und darauffolgender Borkenkäferbefall setzen nicht nur dem Wald, sondern auch seinen BesitzerInnen zu. Mischwälder mit verschiedenen Baumarten anstelle von Monokulturen sind die klimafitten Bergwälder der Zukunft. Der Landesforstdienst berät und fördert. Othmar Schönherr aus Neustift im Stubaital hat das Angebot des Landes angenommen, nachdem zwei Jahre zuvor ein Sturmtief seinen nahe dem Dorf gelegenen Fichtenbestand zerstört hatte. „Der Anblick war verheerend“, schildert Othmar Schönherr seine Beweggründe, künftig auf einen klimafitten Bergwald zu setzen.

Positive Aussichten

Früher gedieh auf dem Grundstück Getreide, in den 1960er Jahren wurde ein Fichtenwald gepflanzt. In Zukunft sollen auf der unmittelbar an das Siedlungsgebiet angrenzende Waldfläche Eiche, Fichte, Tanne, Bergahorn, Vogelkirsche, Ulme, aber auch die eine oder andere Fichte wachsen. Die verschiedenen Baumarten sollen sich zudem von dort aus auf natürlichem Wege auf die angrenzenden Waldflächen ausbreiten. „Sollte in Zukunft eine Baumart ausfallen, hat man zur Sicherheit noch andere Baumarten, die den Wald intakt halten“, erklären Patricia Schrittwieser von der Landesforstdirektion und Erwin Stockhammer von der Bezirksforstinspektion Steinach. Weiterer Vorteil: Mischwälder sind ein besonders schöner Anblick.

Der erste Teil der Aufforstung ist erledigt. Im nächsten Jahr folgt dann die Aufforstung im oberen Teil der Parzelle. 350 Bäume wurden gepflanzt. Damit diese eine Chance haben, zu starken Bäumen heranzuwachsen, müssen sie geschützt werden. „Laubbaumarten, aber auch Tannen und Lärchen sind ein Leckerbissen für Rehwild und Hasen“, weiß Waldaufseher Norbert Gleirscher. Die jungen Pflanzen müssen deshalb in den ersten Jahren durch einen Zaun geschützt werden. Ob sich die Eiche in Neustift an ihrer obersten Verbreitungsgrenze durchsetzen kann, wird sich weisen.

Heute für morgen investieren

„Der Klimawandel wird in den nächsten Jahrzehnten eine große Herausforderung für den Tiroler Wald. Wir haben in Tirol mit unserem Programm ‚Klimafitter Bergwald‘ ein Projekt gestartet, das den nächsten Generationen ein hohes Maß an Schutz vor Naturgefahren, aber auch wirtschaftlichem Ertrag aus dem Wald sichern soll“, ruft LHStv Josef Geisler die WaldbesitzerInnen auf, sich über das Schwerpunktprogramm „Klimafitter Bergwald“ zu informieren und mit Unterstützung des Landes und des Bundes in den Wald der Zukunft zu investieren.

erschienen am: 2020-06-28 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 21. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken