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Greenpeace fordert gesetzliche Mehrwegquote von 80 Prozent für alle Supermärkte
Greenpeace-Erhebung: Diskonter blockieren Mehrweg-Ausbau in Österreich

Eine aktuelle Greenpeace-Erhebung zeigt, dass das Mehrwegangebot von Supermärkten – außer bei Bier – weiterhin verschwindend gering ist. Die Diskonter zwingen ihre KundInnen sogar zu Einwegabfall: Bei Lidl, Hofer und Penny liegt der Mehrweganteil bei Null. Positiver bewertet Greenpeace Interspar, Spar und Unimarkt, die das Mehrwegangebot bei Getränken im vergangenen Jahr weiter ausgebaut haben. Doch eine echte Trendwende ist nicht erkennbar – obwohl sich laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Greenpeace 80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Getränke in wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen wünschen. Greenpeace fordert ein Umdenken der Unternehmen und einen verpflichtenden Mehrweganteil bei Getränken von 80 Prozent für alle Supermärkte bis 2030.

„Wir können die Verpackungsmüllberge nur mit Mehrwegsystemen in den Griff bekommen. Anstatt viel Geld in Greenwashing zu stecken, müssen vor allem die Diskonter endlich handeln und wiederverwendbare Verpackungen anbieten”, erklärt Lisa Panhuber, Konsumexpertin bei Greenpeace Österreich. Während Hofer und Lidl intensiv mit dem Thema Verpackungsreduktion werben, lobbyieren sie mit einer eigens gegründeten Gesellschaft in der EU gegen Mehrweg-Verpackungen. Seit 1995 sinkt der Marktanteil an Mehrwegflaschen in Österreich rapide:
Lag er damals noch bei rund 80 Prozent, erreichte er 2019 nur noch 19 Prozent. Dabei ist Mehrweg bei Getränkeverpackungen der beste und umweltfreundlichste Weg aus der Plastikkrise. Mehrwegflaschen werden zurückgenommen, gewaschen und bis zu 40-Mal wiederbefüllt. Bei Einweg-Plastikflaschen werden hingegen nur knapp 28 Prozent überhaupt wieder zu Flaschen recycelt, der Rest wird großteils verbrannt oder zu Folien und Fasern verarbeitet.

2020 haben Mehrweg-Produkte wie die Milch-Mehrwegflasche oder neue Mehrweg-Limonaden ein Comeback gefeiert. Dennoch fristen Mehrwegsysteme insgesamt weiter ein Nischendasein. Die aktuelle Erhebung von Greenpeace zeigt, dass im Jahr 2020 Limonaden und Saft zu rund 95 Prozent in Einweg-Plastikflaschen oder Aludosen verkauft werden, bei Mineralwasser sind es rund 90 Prozent. Positive Ausnahme ist Bier – hier werden rund 50 Prozent der Getränke in Mehrwegflaschen angeboten. Spitzenreiter im Ranking ist Interspar, der im letzten Jahr 24 neue Mehrwegprodukte eingeführt hat. Den höchsten Mehrweganteil insgesamt hat Unimarkt. „Wenn die meisten Supermärkte lediglich viel PR-Lärm um kosmetische Änderungen machen, braucht es gesetzlich verpflichtende Regelungen für Pfand und Mehrweg. Die enorme Ressourcenverschwendung durch Wegwerfverpackungen muss gestoppt werden, um Umwelt und Klima zu schützen”, fordert Panhuber.

 

erschienen am: 2020-07-29 im europaticker



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