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Greenpeace zu OMV Halbjahresergebnis: Grüngewaschenes Klimaneutralitäts-Ziel
ignoriert 92 Prozent der Emissionen
OMV setzt Schritte zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks

Die OMV, das integrierte, internationale Öl- und Gasunternehmen mit Sitz in Wien, begann vor mehr als zehn Jahren mit der Umsetzung seiner ersten CO2-Strategie. In diesem Zeitraum konnten durch Projekte zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen (THG) 1,8 Mio. t CO2-Äquivalent eingespart werden. Die Zielvorgaben 2025 für die CO2-Intensität der OMV Geschäftstätigkeit (–19%) und des Produktportfolios (–4%)wurden bereits 2019 erreicht.

Die OMV hat sich dem Pariser Klimaabkommen und den EU-Klimazielen verpflichtet und setzt sich nun neue und ehrgeizigere Klimaziele. Die OMV wird die Netto-Null-Treibhausgasemissionen ihrer Betriebe (Scope 1 und 2) bis 2050 oder früher erreichen. Der klimaneutrale Betrieb wird durch Energieeffizienzmaßnahmen, neue Technologien wie CO2-Abscheidung, CO2-Speicherung und –verwendung, Wasserstoff sowie durch erneuerbare Energien (wie die Photovoltaikanlage in Österreich) und Maßnahmen zur Portfoliooptimierung erreicht.

Auf dem Weg zum langfristigen Ziel, setzt die OMV konkrete Zwischenziele. Bis 2025 wird eine Reduzierung von mindestens 60% für Upstream und mindestens 20% für die Raffinerien erreicht (beide im Vergleich zu 2010). Das bedeutet, dass die CO2-Intensität konzernweit um mindestens 30% reduziert wird. Zwischen 2020 und 2025 will die OMV ihre CO2-Äquivalent-Emissionen in den betriebenen Anlagen um mindestens eine Mio t reduzieren.

Im gesamten Produktportfolio ist bis 2025 ein Anteil von mindestens 60% CO2-armer/CO2-freier Produkte (einschließlich Gas) vorgesehen. Das neue Ziel wird zu einer Reduktion der CO2-Intensität des OMV Produktportfolios (Scope 3) um mindestens 6% gegenüber 2010 führen, im Vergleich zum bisherigen Ziel von 4%.

OMV Generaldirektor Rainer Seele: „In unserer Nachhaltigkeitsstrategie setzen wir nun erstmals die langfristige Ambition von Netto-Null-Emissionen fest. Einerseits wird dies kurzfristige Optimierungen erfordern. Andererseits werden wir aber auch langfristig auf neue Technologien wie CO2-Abscheidung, -Nutzung oder -Speicherung zurückgreifen müssen. Die Umsetzung dieser nachhaltigen Technologien in einer wirtschaftlich machbaren Weise erfordert ein geeignetes regulatorisches Umfeld.“

Die OMV wird gemeinsam mit den Stakeholdern daran arbeiten, den CO2-Fußabdruck ihres Produktportfolios langfristig deutlich zu reduzieren. Die OMV wird den Anteil von Gas in ihrem Portfolio erhöhen, um eine sofortige CO2-Reduktion zu ermöglichen. Das von der OMV produzierte Öl wird für die petrochemische und chemische Produktion (nichtenergetische Produkte) verwendet und die Anwendung von Kreislaufwirtschaftslösungen aus Kunststoff wird vorangetrieben. Darüber hinaus wird die OMV den Anteil alternativer Einsatzstoffe (wie Kunststoffabfälle, Biokraftstoff/Abfall, E-Fuel/CO2, Biogas, synthetisches Gas) für ihre Produkte erhöhen und sich auf Wasserstofftechnologien konzentrieren, um großtechnische kommerzielle Anwendungen für die Zukunft zu identifizieren. Neben diesen Maßnahmen ist bei einigen Technologien noch mehr Forschung und Entwicklung erforderlich, um diese kommerziell zu betreiben (z. B. CCU).

Mit der Borealis-Transaktion im Jahr 2020 transformiert die OMV ihr Produktportfolio in Richtung eines höheren Anteils nichtenergetischer Produkte und positioniert sich für eine CO2-arme Zukunft. Darüber hinaus streben der OMV Konzern und Borealis eine führende Rolle in der Kreislaufwirtschaft (chemisches und mechanisches Recycling) an. Alles in allem werden OMV und Borealis bis 2025 EUR 1 Mrd in innovative Lösungen investieren.

Die OMV wird ihre langfristige Vision für das Produktportfolio (einschließlich Borealis), weitere Details ihrer strategischen Planung sowie mittelfristige Maßnahmen zur Erreichung ihrer Ziele bei der Aktualisierung der Strategie im Sommer 2021 vorstellen.

u einer CO2-ärmeren Wirtschaft und hat messbare Ziele für die Reduzierung der CO2-Intensität und die Einführung neuer Energie- und petrochemischer Lösungen festgelegt.

Reduktionen vorwiegend bei eigenen Anlagen geplant - Großteil der klimaschädlichen Emissionen entsteht jedoch auf Produktebene

Angesichts der Präsentation der OMV Halbjahresergebnisse und der neuen CO2-Reduktions-Ziele des fossilen Konzerns, übt Greenpeace scharfe Kritik an der scheinbaren Klimaneutralität der OMV bis 2050. Laut Angaben der OMV bezieht sich diese Absicht lediglich auf die OMV-eigenen Anlagen. Der Großteil der von der OMV mitverantworteten Emissionen, die die Erderhitzung weiter vorantreiben, entsteht jedoch bei Nutzung der Produkte des Konzerns -konkret bei der Verbrennung von Öl und Gas. Knapp 92 Prozent der klimaschädlichen Emissionen der OMV entstehen genau in diesem Bereich, die angekündigte Reduktion der Emissionen bei den eigenen Anlagen betrifft hingegen nur 8 Prozent des Gesamtausstoßes der OMV. Echte Klimaneutralität ohne den Ausstieg aus dem Öl- und Gasgeschäft ist und bleibt unmöglich.“Wer Klimaschutz ernst nimmt, muss auch Verantwortung für seine Produkte übernehmen. Das heißt bei der OMV für das stark klimaschädliche Öl und Gas. Der fossile Riese schaut mit Tunnelblick auf die CO2-Effizienzsteigerung der eigenen Anlagen und negiert den Fakt, dass das von der OMV produzierte Öl und Gas der Haupttreiber der Klimakrise ist. Die eigenen Anlagen emissionsfrei zu gestalten ist ein Tropfen auf den heißen Stein”, kritisiert Jasmin Duregger, Klima und Energiesprecherin bei Greenpeace.

Hintergrundinformation:

OMV Aktiengesellschaft

Die OMV fördert und vermarktet Öl und Gas, innovative Energielösungen und hochwertige petrochemische Produkte – in verantwortlicher Weise. Mit einem Konzernumsatz von EUR 23 Mrd und einem Mitarbeiterstand von rund 20.000 im Jahr 2019 ist die OMV Aktiengesellschaft eines der größten börsennotierten Industrieunternehmen Österreichs. Im Bereich Upstream verfügt die OMV über eine starke Basis in Mittel- und Osteuropa sowie ein ausgeglichenes internationales Portfolio mit dem Mittleren Osten & Afrika, der Nordsee, Russland und Asien-Pazifik als weitere Kernregionen. 2019 lag die durchschnittliche Tagesproduktion bei 487.000 boe/d. Im Bereich Downstream betreibt die OMV drei Raffinerien in Europa und hält eine Beteiligung von 15% an ADNOC Refining und Trading JV, mit einer jährlichen Kapazität von 24,9 Mio Tonnen. Darüber hinaus ist die OMV mit 36% an Borealis beteiligt, einem der weltweit führenden Hersteller von Polyolefinen. Das Unternehmen betreibt etwa 2.100 Tankstellen in zehn europäischen Ländern. Die OMV verfügt über Gasspeicher in Österreich sowie Deutschland; die Tochtergesellschaft Gas Connect Austria GmbH ist Betreiberin eines Gaspipelinenetzes in Österreich. 2019 hat die OMV rund 137 TWh Gas verkauft. Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der OMV Unternehmensstrategie.

erschienen am: 2020-07-29 im europaticker



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