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Verringerung der Wildschäden in Anbetracht des Klimawandels weiterhin dringlich
Österreich: Wildschadensbericht 2019 verweist auf leicht verbesserte Situation im Vorjahr

Der nunmehr dem Parlament vorliegende Wildschadensbericht 2019 (III-165 d.B.) des Landwirtschaftsministeriums verweist auf die leicht positiven Vorjahrsergebnisse aus 2018. Von den beiden Monitoringsystemen Österreichische Waldinventur sowie Wildeinflussmonitoring wurden keine neuen, für den Bericht relevanten bundesweiten Daten veröffentlicht. Lediglich die aktuellen Einschätzungen der Forstaufsichtsdienste lassen gewisse Rückschlüsse auf die aktuellen Entwicklungen zu.

Die Verringerung der Wildschäden sei besonders in Anbetracht der durch den Klimawandel verursachten Waldschäden, insbesondere durch den Borkenkäfer, besonders dringlich, wird in dem Bericht betont. Zum anderen sei der Schutzwald in Österreich mit vielen Herausforderungen konfrontiert, rund 34% der Schutzwaldflächen würden sich in der Terminal- oder Zerfallsphase befinden. In beiden Fällen bestehe die große Herausforderung in der Verjüngung und Wiederaufforstung der Bestände. Unangepasst hohe Wildbestände könnten den Erfolg der Bemühungen gefährden, warnt das Ministerium.

Leichter Rückgang der Schälschäden im Wirtschaftswald, leichter Anstieg im Schutzwald

Was die Schälschäden betrifft, zeigen die Zwischenergebnisse 2016-2018 der Österreichischen Waldinventur nach den besorgniserregenden Ergebnissen der Erhebungsperiode 2007-2009 nun einen leichten Rückgang der Schäden im Ertragswald. So ist der Anteil von Stämmen mit Schälschäden von 9,1% auf 8,4% gesunken, wobei der Rückgang ausschließlich auf den Wirtschaftswald zurückzuführen ist. Als Wermutstropfen verbucht der Bericht allerdings den Anstieg des Anteils geschälter Stämme im Schutzwald im Ertrag von 6,1% auf 6,5%.

Die aktuellen Einschätzungen der Forstaufsichtsdienste der Bundesländer haben unterschiedliche Ergebnisse gebracht. Die meisten Bezirke schätzen die Schälschadensituation gleich wie vor sechs Jahren ein. Jedoch ist die Anzahl der Bezirke, die von einer positiven Entwicklung ausgehen, höher als die Anzahl der Bezirke mit negativer Einschätzung. Die Bundesländer mit den meisten negativen Einschätzungen sind Kärnten, die Steiermark und Tirol. Diese Bundesländer weisen auch die meisten Gutachten des Forstaufsichtsdienstes wegen flächenhafter Gefährdungen durch Schälung auf.

Zwei Drittel der Bezirke melden Verbesserungen bei Verbissschäden

Die Ergebnisse des Wildeinflussmonitorings 2016-2018 zeigen für 62% der Bezirke Verbesserungen, in 27% der Bezirke ist der Wildeinfluss auf die Waldverjüngung jedoch angestiegen. Trotz der Verbesserungen haben Mischbaumarten Probleme, dem Äser zu entwachsen, gibt der Bericht zu bedenken. So konnte sich die Tanne in 47% und die Eiche in 65% der Bezirke ihres Vorkommens nicht oder kaum über 1,3 Meter hinaus entwickeln. Neben den natürlichen Konkurrenzverhältnissen und der waldbaulichen Behandlung spielt dabei der Verbiss eine wesentliche Rolle.

Derzeit sind die Erhebungen der Periode 2019-2021 im Laufen. Erste Bezirksergebnisse der 2019 erfolgten Erhebungen, nämlich die von je sechs Bezirken aus Ober- und Niederösterreich, sind bereits verfügbar, lassen aber noch keinen Trend erkennen. Die Hälfte dieser Bezirke weist Verbesserungen auf, die andere Hälfte Verschlechterungen. Laut dem Bericht werden bundesweite Aussagen erst nach Ende der dreijährigen Erhebungsperiode möglich sein.

erschienen am: 2020-09-14 im europaticker



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