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AF, MDSE und Chemiepark bewältigen die Grundwasserprobleme im Ökologischen
Großprojekt in Bitterfeld-Wolfen
Umgang mit Abfällen und Schadstoffen aus historischen Zeiträumen

Es gibt derzeit umfangreiche mediale Diskussionen zur Geeignetheit und Angemessenheit der laufenden Maßnahmen zur Altlastensanierung im ÖGP Bitterfeld- Wolfen. Dabei spielen kritische Fragen zu dem „Ob“ und „Wie“ des Umgangs mit den Schadstoffen im Grundwasser eine grundlegende Rolle.

Das Ökologische Großprojekt (ÖGP) Bitterfeld-Wolfen umfasst die gesamte zusammenhängende Werksfläche einschließlich aller Altdeponien des Chemiestandortes. Durch die Produktion von einer Vielzahl umweltrelevanter Produkte auf dem Betriebsstandort über einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren ist der Chemiepark geprägt durch einen umfangreichen und komplexen Grundwasserschaden im Bereich des heute aktiven Industriestandortes in der Nähe von Siedlungsgebieten und Oberflächengewässern.
 
Mit über 100 Mio. m³ kontaminiertem Grundwasser gehört Bitterfeld-Wolfen zu den größten Grundwasserschadensfällen in Deutschland und dem Ausland. Die Hebung und Ableitung des kontaminierten Grundwassers mit allen dazugehörenden Nebenleistungen sowie die Behandlung des gehobenen Wassers sind als Jahreskosten langfristig mit ca. 11 bis 12 Mio. €/a veranschlagt. Bezüglich der Gesamtkosten im Projekt Bitterfeld-Wolfen ist unter Berücksichtigung der erforderlichen administrativen Aufwendungen in den kommenden Jahren von ca. 15 Mio. €/a Gesamtrefinanzierungsaufwand für den Standort auszugehen. Bisher sind in das ÖGP insgesamt ca. 350 Mio. € aus dem Sondervermögen Altlastensanierung Sachsen-Anhalt geflossen.

Diesen Fragen liegen komplexe Umweltschäden zu Grunde, deren kontinuierliche Bearbeitung in einem Team von rund 20 hochspezialisierten Fachleuten von LAF/MDSE/CPG unter Einsatz zahlreicher Gutachter erfolgt. Wirkungsgrad und Zweckmäßigkeit  unseres Handelns in Bitterfeld werden regelmäßig kritisch geprüft und optimiert, heißt es in einer Presseinformation des Landesanstalt für Altlastenfreistellung . So wie für alle ökologischen Großprojekte sind für diesen Standort, beginnend 1995 mit einem Sanierungsrahmenkonzept die verhältnismäßigen, technisch machbaren und geeigneten Sicherungsmaßnahmen zum Schutz der Menschen in der Region und der weiteren Schutzgüter abgeleitet worden. Diese Sanierungsrahmenkonzepte wurden regelmäßig fortgeschrieben. Das Handeln im Projekt wird jährlich nach dem Stand von Wissenschaft und Technik überprüft. 

Zur Sicherung des Chemieparks, der Ansiedler und von Neuansiedlungen vor den Folgen des Grundwasserwiederanstieges haben die Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) und die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen GmbH (CPG) daher 2007 gemeinsam mit dem Bergbausanierer LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH) die Durchführung und gemeinsame Finanzierung des Projektes Chemieparksicherung vereinbart. Seit 2008 wurde im Projekt Chemieparksicherung eine umfassende Betroffenheitsermittlung für Gebäude und Infrastruktur durchgeführt. Eine ingenieurtechnische Grundlagenermittlung ergab, dass eine übergreifende Grundwasserabsenkung für den gesamten Chemiepark nicht praktikabel ist und somit vielfach lokale Lösungen erforderlich sind. Seit 2010 wurden daher 23 einzelne Gebäude und Anlagen der Ansiedler und der CPG durch nachträgliche Abdichtung, durch Kellerverfüllungen oder durch dauerhafte Grundwasserabsenkungen mittels Brunnen oder Drainagen gesichert.
Auch für die von der Goitzsche beeinflussten Teile der Stadt Bitterfeld-Wolfen werden baulich und hydraulisch vor den Folgen des bergbaubedingten Grundwasserwiederanstiegs seit Jahren gesichert. 

Detailinformationen zu unseren SRK und der vertieften Begründung zum Umgang mit den Bitterfelder Deponien finden Sie hier.

Der MDR hat in einer Dokumentation (MDR Wissen) den Umgang mit Abfällen und Schadstoffen aus historischen Zeiträumen und damit die Herausforderungen im Rahmen der Altlastensanierung für das Land LSA abgebildet

Dokumentation MDR Wissen - Wohin mit unserem Giftmüll? , 05.05.2020

Hier wird durch das Umweltforschungszentrum erläutert, dass aufgrund der Größe und des Ausmaßes des mit historischen Bildern sehr plakativ dargestellten Schadens, die derzeitigen Sicherungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Standortentwicklung die bestmögliche Alternative darstellen.

MDR ECHT veröffentlicht eine Dokumentation zum ÖGP Bitterfeld-Wolfen. Den Link dazu finden Sie hier: MDR ECHT -- Die giftigsten Orte Mitteldeutschlands -- Verstrahlt, Verschlammt, Versteckt, 04.03.2020

Quelle: LAF

erschienen am: 2020-11-21 im europaticker



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