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Umweltschützer: FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Naturschutz nicht durchgeführt
Amazon-Logistikhalle in Echzell: BUND stellt Antrag auf Baustopp beim VG Gießen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Hessen (BUND Hessen) hat am 19. November 2020 einen Antrag auf aufschiebende Wirkung gegen die Baugenehmigung des Wetteraukreises für die Amazon-Logistikhalle im Ortsteil Grund-Schwalheim in Echzell beim Verwaltungsgericht (VG) Gießen gestellt. Bauherr der Halle ist die „77. Logimac Logistik Grundbesitz GmbH in Hamburg“. Ziel des BUND Hessen ist es, den Bau dieser 14 Meter hohen Halle zu verhindern.

„Die Halle steht schlicht an der aus Naturschutzsicht schlechtesten Stelle, die man sich vorstellen kann“, sagte BUND Landesvorstandsmitglied Dr. Werner Neumann. „Direkt angrenzend liegen ein Vogelschutzgebiet, das FFH-Gebiet Horloffaue und ein Landschaftsschutzgebiet. Auf der für den Bau der Halle vorgesehenen Fläche haben früher Kraniche gerastet. Direkt neben dem Baugebiet wird auf den Schutz der Kraniche hingewiesen.“

Die rechtlichen Schritte des BUND werden von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) mit Sitz in Echzell fachlich und finanziell unterstützt. Die HGON hatte bereits im Frühjahr dieses Jahres die Fachbehörden darauf hingewiesen, dass erhebliche Störungen für die Vogelwelt in der Horloffaue zu befürchten sind. Das Gebiet sei eines der besonders wertvollen Vogelschutzgebiete, das nun von der geplanten Amazon-Halle erheblich gestört werde. Diese Hinweise wurden vom Wetteraukreis ignoriert und zurückgewiesen.

Werner Neumann: „Planungsrechtlich steht das Vorhaben mit den massiven Betonpfeilern auf schwachen Beinen. Denn beim Bebauungsplan aus dem Jahr 1997 wurde die erforderliche FFH-Verträglichkeitsprüfung für den Naturschutz nicht durchgeführt.“

Der BUND weist darauf hin, dass bereits im Jahr 2007 die Naturschutzbehörde des Wetteraukreises der Gemeinde Echzell geraten hatte, auf die Planung zu verzichten, weil „die gewaltigen Betonklötze den Offenlandcharakter in der weiten ungestörten Aue zerstören würden“.

„Im Jahr 2020 sah hingegen der Umweltdezernent des Wetteraukreises, Matthias Walther, „keine Beeinträchtigungen“ für die einzigartige Vogelwelt in der Horloffaue. Eine Aktualisierung der Naturschutzprüfung bezogen auf die nun geplante Amazon-Halle, wie es vorgeschrieben ist, erfolgte nicht“, erklärte Werner Neumann abschließend.

erschienen am: 2020-11-21 im europaticker



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