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Ein bemerkenswertes Schauspiel findet seit einigen Tagen in Fischbachtal statt
Probe-Einstau am Fischbach - Bewährungsprobe für Talsperre

Oberhalb der Ortslage Niedernhausen ist vorübergehend ein künstlicher See mit etwa 126.000 Kubikmetern Wasser auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmetern entstanden. Die 2016 fertiggestellte Talsperre ‚Herrensee‘ wird seit Wochenbeginn durch den betreibenden Wasserverband Gersprenzgebiet eingestaut, um die Sicherheit des Dammbauwerkes, die Standfestigkeit des Erdbauwerkes und die Funktionsfähigkeit der Stautechnik zu überprüfen.

Die Technischen Regelwerke schreiben Hochwasserrückhaltebecken nach ihrer Errichtung den Probestau vor. Vorbereitet wurde dieser zusammen mit der Talsperrenaufsicht beim Regierungspräsidium (RP) Darmstadt und dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden durch die Aufstellung eines umfangreichen Probestauprogramms. Darin werden unter anderem die Stauziele, das Mess- und Überwachungsprogramm sowie Melde- und Warnwege festgelegt.

Der Fischbach führt normalerweise relativ wenig Wasser, weshalb das üppige Wasserdargebot nach dem regenreichen Wochenende für den Test genutzt wurde. Gemäß Probestauplan wurde das Schütz zur Talsperre am Montag weitgehend geschlossen. Der höchste Einstau, etwa 75 Prozent der maximalen Einstauhöhe, wurde bereits am Donnerstag erreicht. Seit dem heutigen Freitag wird langsam wieder abgestaut - laut Zeitplan soll dies noch bis Sonntagfrüh dauern. Eine Mindestwasserabgabe zur Aufrechterhaltung der Ökologie im Fischbach unterhalb wird dabei gewährleistet.

Vor, während und nach dem Einstau wird an der Anlage in Fischbachtal mehrmals täglich das Drainagewasser an der luftseitigen Dammseite gemessen und auf Trübungen untersucht. Außerdem wird die Grundwasserstände überwacht. Auch visuell wird der Damm ständig auf mögliche Veränderungen begutachtet. Nach Vollendung des Probestaus schließt sich eine detaillierte Vermessung des Damms an, wobei Setzungen und Verschiebungen erkannt werden können.

Das RP hatte die Talsperre „Herrensee“ 2012 genehmigt. Die Kosten für das Dammbauwerk betrugen rund. 4,6 Millionen Euro, wovon das Land Hessen rund 3,5 Millionen Euro übernahm.

Nach den Retentionsräumen in Groß-Zimmern, Groß-Bieberau und Reichelsheim-Bockenrod, die ebenfalls vom Wasserverband Gersprenzgebiet betrieben werden und mit Unterstützung des Landes Hessen gebaut wurden, soll ein 50-jährliches Hochwasserereignis im Oberlauf der Gersprenz beherrschbar sein. Durch weitere, geplante Retentionsräume soll auch für den weiteren Verlauf der Hochwasserschutz verbessert werden.

erschienen am: 2020-02-11 im europaticker



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