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Umweltfreundliche Energiegewinnung: In den Faulbehältern der ZKA entsteht Biogas
Zentralkläranlage Ingolstadt gewinnt und nutzt Biogas

Dass in der Zentralkläranlage Ingolstadt (ZKA) Abwasser gereinigt wird, ist bekannt. Nicht ganz so bekannt ist, dass dort seit Langem auch umweltfreundlich Energie erzeugt wird. So werden seit der Inbetriebnahme der ZKA im Jahr 1972 aus Biomasse beträchtliche Mengen an Strom und Wärme gewonnen.

Bei der Reinigung des Abwassers fallen jährlich rund 150.000 Kubikmeter Biomasse an. Diese wird in drei große Faultürme gepumpt und kontinuierlich durchmischt. Im Inneren herrscht eine Temperatur von ca. 37 Grad Celsius – ideale Arbeitstemperatur für Bakterien. Große Wärmetauscher und Umwälzpumpen sorgen dafür, dass die Temperatur in den Fermentern immer nahezu konstant bleibt. Die Bakterien zersetzen durch Gärprozesse unter Luftabschluss die organischen Bestandteile und bilden dabei hauptsächlich Methangas.

Fast 2,7 Millionen Kubikmeter Biogas werden bei der ZKA jährlich von den Faultürmen abgezogen, die dann in den Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt werden. Dadurch wird der überwiegende Teil des ZKA Strombedarfs gedeckt. Die drei Blockheizkraftwerke sind mittlerweile fast voll ausgelastet, um die Biogasmengen verarbeiten zu können. Die Abwärme der Blockheizkraftwerke wird komplett für die Beheizung der Faulbehälter und der Gebäude verwendet. Es werden dabei keine weiteren fossilen Brennstoffe benötigt. Somit wird ein großer Teil der für die Abwasserreinigung erforderlichen Energie von der ZKA selbst gewonnen.

Nach etwa 30 Tagen ist die Biomasse in den Faultürmen abgebaut. Danach entwässern Zentrifugen den ausgefaulten Schlamm. In der Trocknungsanlage wird dem Schlamm durch Nutzung eines Teils der Abwärme der benachbarten Müllverwertungsanlage (MVA) nochmals Wasser entzogen. Übrig bleibt ein Granulat mit einem Trockensubstanzgehalt von ca. 92 Prozent und einem Heizwert ähnlich der Braunkohle, das dann in der benachbarten MVA thermisch verwertet wird.

Durch die Abwasserreinigung bei der ZKA werden also schädliche Pflanzennährstoffe und vor allem auch beträchtliche Mengen organische Verschmutzung von der Donau zurückgehalten. Zudem wird kein Methan in der Atmosphäre freigesetzt. Dieses Gas würde in der Atmosphäre folgenschwer zum Treibhauseffekt beitragen. Bei der ZKA wird es hingegen als erneuerbare Energie genutzt.

Durch all diese Maßnahmen trägt die ZKA seit fast 48 Jahren zum Umwelt- und Klimaschutz bei und gewinnt aus Biogas ökologisch Strom und Wärme.

erschienen am: 2020-02-11 im europaticker



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