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Die Stromversorgung ist in den nächsten Jahren gesichert, in Bayern jedoch nur knapp
Praktisch alle Indikatoren zum Fortschritt der Energiewende verfehlen den Zielpfad
Prognos: Die Energiewende in Deutschland und Bayern tritt auf der Stelle

Zum achten Mal in Folge bilanziert Prognos im Auftrag der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. den bisherigen Verlauf der Energiewende in Deutschland und in Bayern. Die Faktoren Stromerzeugung und -versorgung stehen dabei im Zentrum der Untersuchung und werden durch die Aspekte Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit ergänzt.

Der nun veröffentlichte Monitoringbericht bezieht sich auf die zum Erstellungszeitraum neuesten gesicherten Daten für das Jahr 2018. Für die Bewertung des Fortschritts bei der Energiewende werden vier Kategorien betrachtet: Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, Effizienz und Erneuerbare Energien sowie Umweltverträglichkeit. Als Neuerung im Vergleich zu den vorangegangenen Berichten werden in der Kategorie Umweltverträglich neue Indikatoren aufgeführt, die die zahlreichen Aspekte der Klimaverträglichkeit des gesamten Energiesystems beleuchten und die Nachfragesektoren Privathaushalte, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Industrie und Verkehr einbeziehen.

Die zentralen Ergebnisse der Studie lauten:

„Die Energiewende ist in den vergangenen Jahren sehr viel langsamer vorangekommen als die Zielsetzungen dies erfordern“ sagte Studienleiterin Dr. Almut Kirchner bei der Vorstellung der Studie. „Insbesondere der Netzausbau, der für die Sicherung der Stromversorgung und die kostengünstige Verteilung der Erneuerbaren Energien notwendig ist, ist sehr stark verzögert. Sowohl in der Industrie, dem Gebäudesektor als auch im Verkehr gehen die Umsetzung der Energieeffizienz und die Einführung emissionsarmer bzw. emissionsfreier Wärmeerzeugungs- und Antriebssysteme langsamer voran als dies für die Zielerreichung notwendig ist. Und das bezieht sich noch auf die „alten“ Zielsysteme – wenn wir die Emissionsentwicklung insgesamt mit dem neuen Ziel der Klimaneutralität bis 2050 in Bezug setzen, zeigen sich noch größere Diskrepanzen – und damit auch Handlungslücken.“

Hintergrund

Im Herbst 2010 hat die deutsche Bundesregierung quantitative Zielgrößen definiert und danach weiterentwickelt, um langfristig eine sichere, wirtschaftliche und umwelt- sowie klimaverträgliche Energieversorgung zu erreichen. Entscheidende Bedeutung haben die Steigerung der Energieproduktivität sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien.
Die damals vorgesehene Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke wurde nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima durch die geordnete Ausstiegsplanung aus der Kernkraft ersetzt, die bis 2022 umgesetzt wird.

Mit dem im Dezember 2019 vom Bundestag beschlossenen Klimaschutzgesetz hat sich die Bundesregierung das Ziel einer langfristigen Treibhausgasneutralität bis zum Jahr 2050 gesetzt. Bis zum Jahr 2030 gilt weiterhin das Minderungsziel von 55 Prozent gegenüber 1990.

Im Oktober 2015 hat die Bayerische Staatsregierung das Bayerische Energieprogramm vorgelegt, das unter anderem quantitative Ziele bis 2025 enthält und eine Fortschreibung des Bayerischen Energiekonzeptes aus dem Jahr 2011 darstellt. In dem Programm spielen eine steigende Energieproduktivität sowie der Ausbau der Erneuerbaren Energien entscheidende Rollen.

Im November 2019 veröffentlichte die Bayerische Staatsregierung das Aktionsprogramm Energie, in dem die energiepolitische Agenda der Staatsregierung für die aktuelle Legislaturperiode dargestellt wird. Im Aktionsprogramm Energie sind unter anderem konkrete Ausbauziele für Erneuerbare Energien bis 2022 genannt. Die Klimaneutralität soll in Bayern spätestens 2050 erreicht werden, in der Verwaltung bereits 2030.

undefinedMonitoringbericht in der Prognos-Publikationsdatenbank

undefinedDirekt zum Monitoring (Webseite vbw)

undefinedVeranstaltungsrückblick der vbw

undefinedZum 7. Monitoringbericht

erschienen am: 2020-02-12 im europaticker



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