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Notwendig wird die Neueinteilung durch den geplanten Bau neuer Windkraftanlagen auf hoher See
Neueinteilung der niederländischen Nordsee

In der niederländischen Nordsee könnte es bald enger werden. Da der Klimaatakkoord der Regierung den Bau neuer Windparks im Meer stimuliert, gleichzeitig aber auch seltene Tierarten geschützt werden sollen und Fischer Platz brauchen, um ihren Beruf auszuüben, ist in den Niederlanden nun eine Neueinstellung des Nordseegebietes diskutiert worden.

Seit rund einem Jahr haben Vertreter von Energiefirmen, Naturschutzorganisationen, die Fischereivereinigung VisNed und der niederländische Staat über diese Neueinteilung des niederländischen Nordseegebietes diskutiert. Am vergangenen Montag wurde schließlich der Noordzeeakkoord („Nordseeabkommen“) präsentiert, der alle Forderungen der genannten Gruppen unter einen Hut bringen soll.

Notwendig wurde die Neueinteilung unter anderem durch den geplanten Bau neuer Windkraftanlagen auf hoher See, die einen wichtigen Teil zur nachhaltigen Energiegewinnung in den Niederlanden seien sollen. Bis 2050 sollen 60 Gigawatt Strom aus Windenergie gewonnen werden. 20 Prozent der niederländischen Nordsee sollen für die hierfür benötigten 7.600 Windkrafträder ausgewiesen werden. Teilweise können diese in Arealen stehen, in denen früher Öl oder Gas gefördert wurde, wodurch der benötigte Platz reduziert werden kann. In Gegenden des Meeres, in denen aktuell noch Gas gefördert wird, soll dies auch vorerst weiter geschehen. Hierdurch soll die durch den geplanten Förderstopp in der Provinz Groningen wegfallende Gasmenge ausgeglichen werden.

Ein Teil des Nordseegebietes soll laut dem Abkommen auch den Status eines streng geschützten Natura 2000-Gebietes bekommen. In diesen Arealen dürfen dementsprechend keine Windkrafträder stehen, damit Tierarten wie der Schweinswal geschützt werden. 55 Millionen Euro will das Kabinett in wissenschaftliche Studien zur Wiederherstellung von Naturgebieten investieren. Unter anderem sollen die Bruine Bank (deutsch Braune Bank), die Friese Front (Friesische Front) und die Klaverbank zu einem Naturschutzgebiet ernannt werden. Jedes dieser Gebiete beherbergt einzigartige Tier- und Pflanzenbiotope. So sind auf der Bruine Bank erst vor ein paar Jahren Trichterwurmriffe entdeckt worden, die man bis dahin in den Niederlanden für ausgestorben hielt.

Durch die neuen Windparks und Naturschutzgebebiete verkleinern sich die Fischereigründe der niederländischen Fischer unweigerlich. 119 Millionen Euro will das Kabinett daher als Abfindung für die Fischer bereitstellen. Ein Teil dieses Betrags soll auch in die Nachhaltigkeitsentwicklung der Fischereiflotte gesteckt werden.

Laut der NOS haben die sich die verhandelnden Personen darauf geeinigt, das Abkommen gegenüber der Partei oder Organisation, die sie vertreten, verteidigen zu wollen. Ob das jedoch gelingen wird, ist fraglich. Laut der Tageszeitung de Volkskrant haben Fischer aus der Stadt Urk bereits bekannt gegeben, das Abkommen nicht unterstützten zu wollen. Sie fürchten, dass zu wenige Fischgründe übrig bleiben werden, damit sie ihren Beruf auch in den kommenden Jahrzenten noch ausüben können. So würden beispielsweise wichtige Fischgründe für Langusten wegfallen, wenn die Friese Front unter Naturschutz gestellt wird. Fraglich ist jedoch auch, ob der Protest der betroffenen Fischer viel ausrichten kann.

erschienen am: 2020-02-13 im europaticker



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