europaticker: Regierung: Finanzielle Risiken bei Bau des Fusionsreaktors ITER beherrschbar

Eine Belastung des Bundeshaushalt steht derzeit nicht zur Diskussion

In den Kostenprognosen und den Zeitplänen für den Fusionsreaktor ITER sind nach Angaben der Bundesregierung „einschätzbare Risikozuschläge enthalten“. Das geht aus ihrer Antwort (17/690) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (17/467) hervor. Die finanziellen Risiken für den Bau des Kernfusionsreaktors ITER (International Thermonuclear Experimental Reactor) – ein Gemeinschaftsprojekt von EU, Japan, Russland, den USA, China, Indien und Südkorea – seien damit beherrschbar. „Eine Belastung des Bundeshaushalt steht derzeit nicht zur Diskussion, da die Kommission vorgeschlagen hat, die Finanzierung der Fusionsforschung für die Jahre 2012 und 2013 auf heutigem Niveau festzuschreiben“, heißt es weiter.

In ihrer Kleinen Anfrage hatten die Grünen geschrieben, dass der Anteil der EU an den Kosten „von ursprünglich 2,8 Milliarden Euro bei Vertragsunterzeichnung auf schätzungsweise 5,6 Milliarden Euro steigen wird, was eine Verdoppelung der Kosten bedeutet“. Nach den aktuellen Kostenkalkulationen gefragt, schreibt die Regierung, das diese Zahlen ihrem Kenntnisstand vom November 2009 entsprächen. Die Kostensteigerungen seien unter anderem auf Inflation, die Verlängerung des Betriebs der Internationalen ITER-Organisation im französischen Cadarache und auf die „erheblich gestiegenen Kosten bei den Rohstoffen und bei Baukosten“ zurückzuführen.

Auf die Frage, ob die Regierung angesichts der Kostensteigerung für das ITER-Projekt die im Arbeitsbericht des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB-Büro) „aufgezeigten Alternativen zur kontinuierlichen Fortsetzung des Projekts“ in Erwägung gezogen habe, schreibt die Regierung: „Alle Evaluierungen haben bestätigt, dass ITER der notwendige und richtige Schritt hin zu einer vielversprechenden Option der Energieerzeugung ist. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach einer Neuausrichtung der Kernfusionsforschung nicht.“

(hib)
Quelle/Autor: Europaticker 
erschienen am: 2010-02-18

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