„Wir haben einen großen Mangel an dichten Hecken und Gestrüpp, besonders in den Gärten und Hinterhöfen. Diese Strukturarmut vertreibt viele Vögel aus den menschlichen Siedlungen“, stellt NABU-Geschäftsführer Sönke Hofmann fest. Amsel, Singdrossel, Buchfink, Hänfling, Dompfaff oder Grasmücke brüten in hohen Hecken oder dichten Sträuchern. Diesen Tieren können Vogelfreunde künstliche Nisttaschen und Nistampeln als Brutstätte anbieten, so der NABU. Voraussetzung für den Erfolg dieser Aktion seien allerdings heimische Bäume und ein ausreichendes Nahrungsangebot in Form von heimischen Sträuchern in der direkten Umgebung.
„Nisttaschen sind kinderleicht zu bauen: Ein dickes Bündel aus längeren
Kiefer- oder Fichtenzweigen wird in Kopfhöhe mit Juteseilen oben und unten an einem Baumstamm festgebunden. Dabei muß im Innern des Bündels eine Tasche entstehen. Zum Schutz vor Katzen, Mardern, Elstern umhüllt man die Nisttasche mit weitmaschigem Drahtgeflecht“, erklärt der gelernte Förster Hofmann. Ein gleichwertiges Nistangebot biete auch die Nistampel. Das Zweigbündel wird ebenfalls mit weitmaschigem Drahtgeflecht umhüllt und mit einer festen Schnur frei an einem Ast aufgehängt.
Für Buschbrüter bieten sich Nistquirl und Nisthaufen an. Dichte Nistquirle bilden sich in der Kulturlandschaft nach dem Heckenschnitt z. B. von Hainbuche oder Weißdorn. An den Schnittstellen treiben Reiser aus, zwischen denen die Nester gebaut werden können. „Werden viele Zweige von Sträuchern am Fuß eines Baumes verschnürt, ergibt sich eine ähnliche Nisthilfe. Dieser Nisthaufen wird gerne von Vögeln angenommen, die in Bodennähe brüten. Dazu gehören Heckenbraunelle, Zaunkönig, Zilpzalp, und das Rotkehlchen.
Abbildungen von Nisttaschen und Nistampeln hält der NABU in seiner großen Bauplansammlung bereit, in der auch Nistkästen aller Art für Vögel, Insekten und Fledermäuse enthalten sind. Diese schickt der NABU im großen Singvogel-Infopaket gegen 7 Euro in Briefmarken zu. Das Paket kann beim NABU, Contrescarpe 8, 28203 Bremen, bestellt oder wochentags zwischen 15 und 18 Uhr dort abgeholt werden.
(NABU, Landesverband & Stadtverband Bremen e. V.)

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