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Parlamentarische Initiative der GRÜNEN fragt nach missglücktem Bohrversuch in der Nordsee

Seit 20 Jahren ausströmendes Methangas?

Mit einer parlamentarischen Anfrage fordert der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel Auskunft über die Zusammenhänge, Hintergründe und Auswirkungen einer offenbar vor zwanzig Jahren in der Nordsee missglückten Ölbohrung. Laut Presseberichten soll seinerzeit auf der Suche nach Öl eine unter Druck stehende Gasblase angestochen worden sein.

Den Berichten zufolge entlud sich ein starker Überdruck durch das Bohrgestänge. Die Bohrinsel sei damals aber im Gegensatz zur Deepwater Horizon im Golf von Mexico nicht explodiert. In seiner Kleinen Anfrage weist der Grünen-Politiker darauf hin, dass bis heute aus dem Bohrloch das Klimagas Methan entweichen soll. Berechnungen des Instituts für Meereswissenschaften an der Uni Kiel zufolge soll es sich bei den Mengen sogar um etwa 25 Prozent der gesamten europäischen Methangas-Emissionen handeln.

„Wenn die Berichte zutreffen, wäre dies empörend“, sagte Wenzel. Es wäre schlicht unglaublich, dass im 21. Jahrhundert solche Schäden angerichtet werden können und sich niemand um die Haftung des Unternehmens kümmert". Offensichtlich fühle sich auch kein Staat verantwortlich, das Bohrloch zu schließen. In seiner Anfrage fordert der Grünen-Politikern insbesondere Informationen zu rechtlichen Grundlagen für die Unternehmenshaftung. Außerdem will Wenzel wissen, welchen Handlungsbedarf die Landesregierung sieht. Wenzel: „Als großer Nordseeanrainer haben wir ein vitales Interesse an dem bestmöglichen Schutz für Natur und Umwelt im Nordseeraum. Was im Golf von Mexico passiert ist, darf sich nicht wiederholen!“

(Bündnis90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen)

erschienen am: 2010-07-28 im europaticker

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