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Bundesamt lässt in Reesen Schadstoffarme Müllverbrennungsschlacke testen
Ende der Schlackenberge aus Müllverbrennungsasche

Als Nebenprodukt der thermischen Abfallverwertung entsteht die Müllverbrennungsschlacke. Diese wird von Metall, Holz und nicht verbrannten Bestandteilen getrennt und anschließend in verschiedene Kornbereiche sortiert. Die Grundbestandteile sind Asche/Schlacke, Glas, Keramik/Porzellan und Bauschutt. Der Anteil an dem Input der angelieferten Abfälle einer Müllverbrennungsanlage liegt bei 30 %. Die Schlacke wird als Ersatzbaustoff für Dammschüttmaterial, Schüttmaterial für Lärmschutzwälle, Material für Frostschutzschichten, Bodenverfestigung, Material für ungebundene Tragschichten für Straßen- und Wegebau sowie Befestigung von Parkflächen verwandt. MV-Schlacke darf nicht in Wasserschutzgebieten, Überschwemmungsgebieten sowie auf Flächen mit sensibler Nutzung verwendet werden.

Grundsätzlich darf dieses Recycling-Produkt nur unter einer definierten Abdeckung eingebaut werden. Die Zusammensetzung der Asche kann in Abhängigkeit von der Abfallzusammensetzung und dem Ausbrand stark schwanken. Die Asche ist mit Salzen und mit Schwermetallen belastet. Bei der MDSU Mitteldeutsche Schlackenunion, in einem Ortsteil der Kreisstadt Burg des Jerichower-Land in Sachsen-Anhalt neben der Deponie Reesen,  lässt die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) jetzt ein neuartiges innovatives Verfahren für eine hochwertige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Verwertung testen. Die BAM arbeitet im Rahmen eines Kooperationsprojekts gefördert im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums mit dem Unternehmen Evers und Co. aus Helmstedt zusammen.
Der Rückstand vom Verbrennungsrost, die sog. Rohschlacke, muss zunächst gesiebt werden, um unverbrannte Bestandteile und Metallgegenstände abzutrennen. Das nach der Siebung entstandene inhomogene Stoffgemisch muss derzeit in jedem Fall mindestens 90 Tage zwischengelagert werden, um die Grenzwerte für Eluat für die Ablagerung auf Deponien überhaupt einhalten zu können. Berge mit Müllverbrennungsschlacke, die an die  umstrittenen Kaliberge erinnern, könnten schon bald der Vergangenheit angehören, weil das vom BAM getestete Verfahren eine unmittelbare Verarbeitung der Schlacke nach der Abkühlung zulässt.

HORECA Optimierung eines innovativen Aufbereitungsverfahren von Hausmüllverbrennungsasche für eine hochwertige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Verwertung


MDSU-Geschäftsführer André Hartl zeigt die "Reesener Müllverbrennungsschlacke"
Zentraler Aspekt des neuartigen Verfahrens in Reesen erprobten Verfahrens ist eine nassmechanische Aufbereitung frischer Asche. Dabei wird ein Teilstrom mit Feinstpartikeln abgetrennt, in dem die prozessbedingten Schadstoffe angereichert sind. Entsprechend weniger belastet sind die anderen Fraktionen, die nach der nassmechanischen Aufbereitung in drei unterschiedlichen Korngrößenbereichen weiterverarbeitet werden. Für die Verwertung der Mineralik als Ersatzbaustoff werden die Nichteisen-Metalle, vor allem Aluminium und Kupfer, aus diesen drei Linien mit jeweils einem speziell abgestimmten Wirbelstromabscheider abgetrennt.
Da die Müllverbrennungsasche in dieser Form ohne längere Lagerungszeiten aufbereitet wird, gelingt die Abtrennung der Metalle weitgehend ohne sonst übliche mineralische Anhaftungen.
So wird sowohl die Qualität der gewonnenen Metall- als auch die der mineralischen Fraktionen gesteigert und deren Einsatzmöglichkeiten als Ersatzbaustoff erweitert.

Die BAM arbeitet im Rahmen eines Kooperationsprojekts gefördert im Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand des Bundeswirtschaftsministeriums mit dem Unternehmen Evers und Co. aus Helmstedt zusammen. Im Projekt HORECA (Optimierung eines innovativen Aufbereitungsverfahren von Hausmüllverbrennungsasche für eine hochwertige, ressourcenschonende und umweltverträgliche Verwertung) führt der Fachbereich Schadstofftransfer und Umwelttechnologien der BAM eine prozessbegleitende Stoffstromanalyse durch und bewertet die Umweltverträglichkeit der aufbereiteten Materialien. Dazu wurde am 21.08.2013 an der Anlage am Standort bei Reesen im Jerichower Land (Sachsen-Anhalt), die mit dem Verfahren der Firma Evers von der Mitteldeutschen Schlackenunion betrieben wird, eine Probenahme durchgeführt.

Die Proben der einzelnen Teilströme werden in den nächsten Wochen in den Labors der BAM analysiert. Mit den Ergebnissen wird eine vollständige Massenbilanz des Aufbereitungsverfahrens erstellt.

erschienen am: 2013-08-26 im europaticker

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