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Fluchtmobilität wird häufig als in eine Richtung gehend und zielgerichtet beschrieben

Neue Publikation Auf der Flucht – (Im)Mobilisierung und (Im)Mobilität von Schutzsuchenden

In seinem State-of-Research (SoR) Papier des Verbundprojekts „Flucht: Forschung und Transfer“ mit dem Titel „Auf der Flucht – (Im)Mobilisierung und (Im)Mobilität von Schutzsuchenden“ hat Dr. Benjamin Etzold, BICC, Forschungserkenntnisse aus vielen Regionen der Welt ausgewertet, die dem entgegenhalten, dass Flucht und Vertreibung keineswegs lineare Prozesse sind.

„Viele Menschen werden im Kontext von Gewalt und Konflikten oft nicht nur einmal, sondern gleich mehrmals vertrieben. In manchen Regionen dauern Fluchtbewegungen zudem sehr lange und sind in viele Einzeletappen unterteilt“, erklärt Autor Benjamin Etzold. Dabei gehören lange Phasen des Stillstandes an Zwischenstationen oft auch zu den Fluchterfahrungen.

Um Anstöße für eine exzellente Fluchtforschung zu geben, die auf aktuelle Wissensbedarfe reagiert, stellt dieser Arbeitsbericht des Verbundprojekts „Flucht: Forschung und Transfer“ die Mobilität der Menschen auf der Flucht ins Zentrum der Analyse. Er fasst den Stand der internationalen Forschung zum Prozess der Flucht – als räumliche Bewegung über Grenzen und als kollektive bzw. individuelle Erfahrung – zusammen.

Das Papier stellt konzeptionelle Debatten um Fluchtbewegungen, Migrationsentscheidungen, den Gewalt-Mobilitäts-Nexus, das Verhältnis von Mobilität und Immobilität, Migrationsverläufe und -infrastrukturen sowie Transnationalisierung und Flucht vor. Keines dieser Konzepte hat sich bislang in der Forschung durchgesetzt. Dennoch erscheinen sie – in Kombination und mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen – besonders geeignet, um die Mobilität und Immobilität von Schutzsuchenden strukturiert zu untersuchen. „Es besteht ein großer Bedarf, die verwendeten Begriffe zu schärfen und besser zu erklären. Dies betrifft – unter anderem sowohl die bewusste als auch die fehlende begriffliche Abgrenzung von Flucht und Migration“, betont Benjamin Etzold.

Der Bericht bietet einen detaillierten Überblick über aktuelle Forschung in drei thematischen Feldern: den Mobilisierungsstrategien von Schutzsuchenden und ihren Fluchterfahrungen, der Ökonomie und den Infrastrukturen der Flucht sowie der Immobilisierung und Immobilität von Migrantinnen und Migranten sowie in jüngster Zeit explizit auch von Schutzsuchenden.

Der Bericht konstatiert sowohl einen erheblichen Wissensbedarf als auch ein großes Potenzial für eine exzellente, innovative und praxisrelevante Forschung, welche Flucht und Vertreibung als Prozesse in den Mittelpunkt rückt und systematisch untersucht. „Kritische, selbstreflexive und partizipative Forschung zu Mobilität und Immobilität kann dazu beitragen, den Alltagserfahrungen und Perspektiven von Schutzsuchenden im öffentlichen und politischen Diskurs mehr Gehör zu verschaffen“, schlussfolgert Benjamin Etzold.

Der Forschungsbericht „Auf der Flucht – (Im)Mobilisierung und (Im)Mobilität von Schutzsuchenden“ (SoR 4) wurde im Rahmen des vom Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück sowie dem Bonner Friedens- und Konfliktforschungsinstitut BICC durchgeführten Verbundprojekts „Flucht: Forschung und Transfer“ erstellt, das vom Bundesforschungsministerium gefördert wird.

Der Forschungsbericht Auf der Flucht – (Im)Mobilisierung und (Im)Mobilität von Schutzsuchenden“ (SoR 4) von Benjamin Etzold kann von der Homepage des Projekts „Flucht: Forschung und Transfer“ heruntergeladen werden:

https://flucht-forschung-transfer.de/mobilisierung-und-immobilisierung-von-fluechtlingen/



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